Festlicher Start ins Jubiläumsjahr des Musikvereins Espasingen |
Der Musikverein Espasingen eröffnete seinen Festakt anlässlich des 100-jährigen Vereinsjubiläums feierlich mit der „Fanfare for a Celebration“, bevor der Vorsitzende Hubert Kuppel die Besucher im Werner-und-Erika-Messmer-Haus begrüßte. Zu diesen zählten Ehrenmitglieder und ehemalige Mit-Musiker sowie zahlreiche Ehrengäste wie Cornelia Messmer, die Tochter von Werner und Erika Messmer, sowie Wolfgang Kammerlander, Vorsitzender der Bürgerstiftung Stockach. Auch der katholische Pfarrer Thorsten Becker, einige Bürgermeister, Ortsvorsteher und Vertreter befreundeter Musikvereine nahmen teil.
Hubert Kuppel erinnerte an die Anfänge des Musikvereins. Mitte der 1920er Jahre, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und inmitten einer galoppierenden Inflation hätten sich zwölf junge Männer ohne Geld und Instrumente in der Brauereiwirtschaft getroffen und die Blechmusikgesellschaft gegründet.
Bürgermeisterin Susen Katter, Schirmherrin der Jubiläumsfeierlichkeiten, gratulierte herzlich. Der Musikverein gehöre fest zum Leben in Espasingen. „Ein Verein ist wie eine gute Melodie“, sagte sie. „Die tiefen Töne sind die Basis, die mittleren verbinden und tragen die Melodie und die hohen setzen besondere Akzente.“ Gemeinsam entstehe ein großes Miteinander und durch aktives Vereinsleben eine Gemeinschaft. Hubert Kuppel lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Stockach und Susen Katter. Vor allem Espasingens Ortsvorsteher Andreas Bernhart habe immer ein offenes für die Anliegen der örtlichen Vereine.
Bernhart erzählte, sein Großvater habe als Schriftführer bei der Gründungsversammlung notiert: „Ist die Frau bei schlechter Laune, greift der Mann zu der Posaune.“ Heute spielen selbstverständlich Frauen und Männer gemeinsam. Der Ortsvorsteher bezeichnete den Musikverein als Bindeglied in der Gemeinde, der durch sein Mitwirken beim Schutzengelfest, dem Tanz in den Mai, an der Fasnacht oder beim Herbstfest ein unverzichtbarer Bestandteil der Dorfgemeinschaft sei.
Übergabe der Pro-Musica-Plakette
Landrat Zeno Danner hatte eine besondere Auszeichnung im Gepäck: Er überreichte Hubert Kuppel in Stellvertretung des Bundespräsidenten die Pro-Musica-Plakette, die Musikvereine nur erhalten, wenn sie nachweisen können, dass sie 100 Jahre lang durchgehend aktiv waren.
Der Landrat verriet, er habe selbst jahrelang als Cellist in verschiedenen Orchestern gespielt. „Ein Auge hat man auf den Noten, eins beim Dirigenten – sagen die Dirigenten. Also lernt man, mit breitem Blickwinkel viele Dinge wahrzunehmen.“ Mit seinen zwei Ohren lerne man, vieles gleichzeitig aufzunehmen und sich anzupassen, um beispielsweise den gemeinsamen Rhythmus zu finden. Jeder Musiker müsse auch die richtigen Vorzeichen beachten – wie in der Gesellschaft. Danner bekräftigte: „Es ist falsch, an kulturellen Angeboten zu sparen, gerade dann, wenn es darum geht, die Gesellschaft zusammenzuhalten.“
Präsentation der Festschrift
Was Zusammenarbeit möglich macht, zeigte sich bei der Präsentation der Festschrift, die viele Geschichten, Anekdoten und Bilder enthält. Das Material sei deutlich umfangreicher gewesen als gedacht, so Hubert Kuppel. Ohne die großzügige Spende der Werner-und-Erika-Messmer-Stiftung und die vielen Helfer sei die Realisierung nicht möglich gewesen, sagte er.
Der musikalische Höhepunkt war der Jubiläumsmarsch von Wolfgang Smith, den der Dirigent dem Musikverein 2021 bei seinem Weggang zum Abschied komponiert und geschenkt hatte. Hubert Kuppel erklärte mit einem Augenzwinkern: „Der wuchtige Mittelteil erinnert an den Ausspruch bei der Gründungsversammlung.“
Nach einem Ausblick auf das Festwochenende am ersten Juli-Wochenende und das Schutzengelfest am Sonntag, 12. Juli, (mehr Informationen unter www.mv-espasingen.de) und dem Wunsch, die musikalische Reise des Vereins möge noch lange weitergehen, spielte das Orchester „Unsere Reise“ von der Schweizer Band Fäaschtbänkler.
Zehn Personen wurden geehrt: Heike Knecht erhielt von Frank Bruschinsky, Präsident vom Blasmusikverband Hegau-Bodensee (BHB), die Ehrennadel in Silber vom BHB und Bund Deutscher Blasmusikverbände (BDB) für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft. Die BHB-Ehrennadel in Gold für 30 Jahre ging an Jessica Reuthebuch, Daniel Harnest, Caroline Gitschier und Nicole Butz. Für 40 Jahre wurden Daniel Auer und Martin Senger mit der BHB-Ehrennadel in Gold ausgezeichnet und zu Ehrenmitgliedern im Verbandsorchester ernannt. Rainer Straub, der zeitlich verhindert war, erhält seine BDB-Ehrennadel in Gold für 40 Jahre später. Stolze 50 Jahre ist Thomas Kaiser musikalisch tätig. Dafür erhält er die BDB- und BHB-Ehrennadel in Gold. Dirigent Josef Watz wurde schließlich mit der BHB-Verdienstnadel in Silber für 15 Jahre ausgezeichnet.
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