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Der „gute Amerikaner“ - Leo XIV. ein Jahr im Amt

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07.05.2026

Keine drei Stunden nach seiner Wahl stand Robert Francis Prevost sichtlich nervös auf der Mittelloggia des Petersdoms, ließ sich seine Notizen reichen, schluckte noch einmal und breitete dann seine Arme aus. Dann las Leo XIV., wie er nun hieß, vom Blatt seinen ersten Satz als Papst ab: „La pace sia con tutti voi“ („Friede sei mit Euch allen“). Von den Zehntausenden, die an jenem Maiabend nach dem weißen Rauch aus der Sixtinischen Kapelle schnell zum Petersplatz geströmt waren, brandete Jubel auf.

Der Friedensgruß aus der Bibel ist für regelmäßige Kirchgänger nichts Besonderes. Für den Rest der Welt vielleicht aber schon - zumal in diesen Zeiten, die so kriegerisch sind wie lange nicht mehr. Mit seinem ersten Satz machte das neue Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken sogleich klar, dass die Suche nach Frieden eines seiner zentralen Themen sein soll. An diesem Freitag jährt sich Leos Wahl zum ersten Mal.

Leo macht vieles anders als Franziskus

Friedlicher ist die Welt seither nicht geworden, auch allen späteren Appellen des Papstes zum Trotz. In Kriegsgebieten wie der Ukraine und dem Iran spielt die Diplomatie des Kirchenstaats keine Rolle. Zumindest aber ist es Leo gelungen, nach aufgeregten Jahren mit seinem Vorgänger Franziskus Ruhe in die Kirche zu bringen. Die Auseinandersetzungen zwischen Traditionalisten und Reformern sind weniger geworden. Kardinal Reinhard Marx, der ihn im Konklave mitgewählt hat, sagt: „Er ist eine andere Person.........

© Südkurier