Es gibt immer wieder Neues zu entdecken
Eigentlich wollten Raeders auf dem Kunsthandwerkermarkt vor Ostern keine Deko kaufen. Aber dann sind sie am Stand von Hans-Peter Kunemann nicht weggekommen und sie haben ihre Hasen-Galerie um ein weiteres Exemplar aufgestockt. „Weil die so süß sind“, sagt Barbara Raeder. So hoppeln nun sechs hölzerne Häschen vor Ostern auf dem Holzbalken zuhause. „Er hat einfach viel Gefühl für Holz und sieht, was passt“, sagt Marcus Raeder und deutet auf die dunkle Stelle, die der Schnitzer zur Nase auserkoren und den Körper drumherum gestaltet hat.
Ohrringe aus getrockneten Orangenschalen
So wie Raeders ist es auch anderen Besuchern ergangen, aber es gab auch immer wieder viel Neues und Entzückendes zu entdecken, sodass die ganzen Vorsätze, sich beim Einkauf zurückzuhalten, verflogen. Teilweise gab es auch Ungewöhnliches. Beispielsweise am Stand von Lina Angelika Seifried aus Friedrichshafen. Sie ist zum zweiten Mal vor Ort und hat eine Recycling-Idee umgesetzt: Aus getrockneten Orangenschalen fertigt sie Ohrringe und Haarspangen, eine Idee, die sie in Spanien gesehen hat.
Upcycling spielt bei den alten Gürteln eine Rolle: Aus ihnen wurden besondere Haarbänder. Bei Seifried können die Kunden auch Schmuck anfertigen lassen: So fasst sie Münzen als Anhänger ein, „wenn die Leute etwas Zeit mitbringen, gleich vor Ort“, sagt die Schmuckdesignerin. Auch eine alte Technik hat sie aufgegriffen: Aus Nähseide in unterschiedlichsten Farben entstehen Ohrringe in verschiedenen Größen, die so leicht sind, dass sie beim Tragen nicht stören. Das Geschäft verläuft an diesem Tag etwas ruhig, meint sie.
Zurückhaltung bei den Käufern
Das sagen auch andere. „Diesmal ist es etwas schleppend“, so Helga Winter aus Altshausen, die aber die schöne Atmosphäre im Dorfgemeinschaftshaus und die Gespräche und den Austausch mit den Nachbarinnen schätzt. Die Zurückhaltung bei den Käufern merken auch Manuela Stadler und Ulrike Postler aus Friedrichshafen, die allerlei Floristik anbieten und aus Tetrapak-Milchtüten mit Serviettentechnik österlich angehauchte, wasserdichte Blumenvasen anbieten. Ulrike Postler glaubt, dass der Iran-Krieg auf die Kaufstimmung drückt. „Die Leute werden ernster und nachdenklicher, man spürt die Unsicherheit. Sie überlegen sich vor dem Kauf, ob sie die Dinge wirklich brauchen.“ Kleine Mitbringsel würden aber immer noch gern genommen.
Schokohasen aus edlen Zutaten
Was immer geht, ist Schokolade. Konditormeisterin Ulrike Dieing aus Zußdorf gehört ebenfalls zum Stamm der langjährigen Standbetreiber. Bei ihr kann man sich die lecker gefüllten Pralinen gezielt auswählen und verpacken lassen; stets gefragt sind die süßen Eier und die Schokohasen aus edlen Zutaten. „Hier läuft das Geschäft immer gut und Bermatingen ist auch ein sehr schöner Markt. Wenn das Wetter dann noch so schön ist, haben die Leute Lust, rauszugehen.“ Sie weiß, wie sich die meisten verhalten: „Zuerst schlendern sie über den Markt und verschaffen sich einen Überblick, dann stärken sie sich mit Kaffee und Kuchen und bei der zweiten Runde heißt es gucken und kaufen.“
Zu den Testern der Schokoladenstückchen, die Ulrike Dieing den Passanten anbietet, gehört auch Rose Neumann aus Stetten. Sie ist jedes Jahr in Bermatingen, „zum Gucken und Informieren und weil es schön und interessant ist, was es so alles gibt. Da kann man sich auch manche Anregung holen“, sagt sie. Etwa seit 18 Jahren bietet Lisa List aus Sigmaringendorf ihre großen Holzfiguren an, die den Besuchern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Wie sie dazu kam? „Ich sagte mal zu meinem Mann, er soll eine Säge kaufen und mir einen Holzstern sägen. Das hat er auch gemacht, aber als er damit fertig war, sagte er, ,das ist nichts für mich`. So habe ich die Säge genommen und mit den Figuren begonnen.“ Immerhin schraube ihr Mann die Gesellen auf eine Holzplatte an, damit die für innen und außen aufstellbaren, bemalten und lackierten Figuren einen guten Halt haben. Und obendrein gibt es von ihrem Mann noch positive Kommentare. Gut liefen die kleinen Schilder mit den Hühnern und Sprüchen, sagt sie.
„Alles ausverkauft“ heißt es an der Kuchentheke
„Alles ausverkauft“ heißt es auch an der Kuchentheke eine halbe Stunde vor Schluss. Die selbstgemachten Kuchen und Torten finden immer reißenden Absatz. Die Standbetreiber bringen welche mit und Mitglieder des Vereins Kulturkessel stehen tags zuvor in der Küche des Dorfgemeinschaftshauses und backen und verzieren neun Torten. Krankheitsbedingt mussten drei der ansonsten sechs Helfer absagen, so dass die drei Helfer doppelt so viel zu tun hatten. „Die drei Schwarzwälder, die wir immer machen, sind am ehesten weg“, sagt Jan Kuhle.
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