Zu viel Sonne führt zu Negativpreisen: Wie Katherina Reiche die Energiewende reparieren will

Wer sich Anfang Mai den Strommarkt anschaute, konnte ein Phänomen erleben, das in der Marktwirtschaft nicht vorgesehen ist. In den Mittagsstunden gab es Strom kostenlos, aber damit nicht genug. Wer diesen Strom abnahm, bekam sogar 500 Euro pro Megawattstunde geschenkt dazu. Privatverbraucher konnten davon in der Regel nicht profitieren, wohl aber Energiehändler und Unternehmen. In der Fachwelt wird diese Anomalie „negative Preise“ genannt und sie ist eine Folge des zentralen Webfehlers der deutschen Energiewende.

Was steckt dahinter? Der 1. Mai war ein sonniger Frühlings- und auch Feiertag, weshalb in vielen Betrieben nicht gearbeitet wurde. Die Solaranlagen im ganzen Land erzeugten viel Strom, der zu wenige Abnehmer fand. Weil im Netz aber Verbrauch und Einspeisung stets gleich sein müssen, mussten die Netzbetreiber dringend Last abwerfen. Kostenloser Strom plus Abnahmeprämie waren ein Anreiz, um die überschüssige Energie loszuwerden, zum Beispiel ins Ausland. Auch die Ingenieure des........

© Südkurier