Neuer Berlin-Krimi: Giftmord am Kanzler und ein großer Spaß

Von einer schönen Leich‘ sprechen die Wiener, wenn ein Großer ihrer Stadt mit Trauerzug und Fiaker den letzten Gang antritt. Kaiser zum Beispiel, Beethoven oder Falco. In Wolfgang Ainetters neuem Politkrimi gibt es sogar zwei Leichen. Kanzler und Finanzminister segnen auf dem Bundespresseball im Hotel Adlon das Zeitliche, also nicht in Wien, sondern im Herzen Berlins. Froschgift im Champagnerglas. Das könnte der Auftakt eines brutalen Politthrillers sein, tatsächlich ist es der Beginn eines schwarzen Humorstücks über den Berliner Hauptstadtbetrieb, wie es nur Österreicher können. Schöner sterben mit Schmäh. 

Der Clou: Alle Mächtigen müssen zuschauen, als die beiden Morde geschehen. Der Bundespräsident, dessen Frau den Anblick nicht erträgt und der mit 80 Phrasen durch die Welt geht. Der Gesundheitsminister, der vergeblich Erste Hilfe leistet, um danach seine Trauerbotschaft an die Welt zu twittern, der Spiegel-Chefredakteur Jaeger, der seine Redakteure wegen der „scheiß........

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