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Hendrik Wüst und Daniel Günther: Können sie Merz und Söder gefährlich werden?

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11.03.2026

Welche Bedeutung Hendrik Wüst und Daniel Günther im konservativen Lager haben, lässt sich am besten an Markus Söder ablesen. Fällt der Name Günther, schlägt das Söder-Barometer aus auf Sturm. Bissige Kommentare, verbale Fouls und Zurechtweisungen fahren aus dem CSU-Vorsitzenden nur so heraus. Günther, der als Ministerpräsident in Schleswig-Holstein mit den Grünen regiert, ist ein rotes Tuch für den bayerischen Ministerpräsidenten. Der Norddeutsche hat in Kiel zusammen mit Robert Habeck regiert und ist mit ihm verkumpelt. Günther ist bei der CDU der Mann für Schwarz-Grün, womit er sich reflexhaft Söders Zorn zuzieht.

„Lieber Markus, dass du so bist, wie du bist, ist gut“, schmeichelt Wüst

Kommt die Sprache auf Wüst, ist die Tonalität eine andere. „Der Hendrik“, sagt dann Söder und erzählt, dass man sich schon lange kenne. Im Spätsommer letzten Jahres hat der CSU-Vorsitzende einen überraschenden Auftritt im Kommunalwahlkampf in Nordrhein-Westfalen hingelegt. Beide stehen zusammen auf der Bühne, recken gemeinsam die Arme nach oben. „Lieber Markus, dass du so bist, wie du bist, ist gut...“, schmeichelte Wüst.

Der Franke und der Westfale haben einen Nichtangriffspakt geschlossen. Geht es um die Nachfolge von Friedrich Merz als Bundeskanzler, sind sie die aussichtsreichsten Kandidaten. Dass Söders Platz in Bayern ist, wie er so gerne betont, glaubt niemand mehr, seit er 2021 nach der Kanzler-Kandidatur griff, damit aber scheiterte. Das Kalkül der zwei Landeschefs: sich besser nicht öffentlich zu bekämpfen und zu beschädigen, solange Merz regiert. Sonst lacht am Ende noch Jens Spahn. 

Wüst ist gerade noch einmal Vater einer Tochter geworden

Wird Wüst gefragt, wie er auf die Kanzlerschaft blickt und wie seine Ambitionen auf die Macht in Berlin sind, spricht er von einer anderen Priorität. Am Mittwoch ist er zum zweiten Mal Vater geworden. Seine Frau Katharina hat Töchterchen Clementine auf die Welt gebracht. Wüst hat zur Geburt ein Bild auf Instagram gestellt, das Tochter Philippa für ihre kleine Schwester gemalt hat. Zwei Mädchen sitzen an einem Feuer. „Am Feuer sitzen. Nah beieinander. Vielleicht ist Familie genau das: ein kleines Lagerfeuer, um das man zusammenkommt“, schrieb der stolze Vater dazu.

Wenn es um seinen Antrieb geht, Politik zu machen, dann spricht Wüst oft von der Zukunft der Kinder – die seiner eigenen und die aller anderen. „Es sind alles unsere Kinder“, sagte er vor zwei Jahren, als er über die Bildungspolitik in seinem Lande spricht. Egal, woher sie kommen, welche Hautfarbe oder Religion sie haben. Allerdings ist das Bildungssystem Nordrhein-Westfalens nicht sonderlich erfolgreich, die Schüler schneiden in Vergleichstests schlechter ab als ihre........

© Südkurier