„Konstanz muss einzigartig bleiben“ – dafür suchen Händler den Austausch mit der lokalen Politik
„Konstanz ist kein Selbstläufer“, sagt Stephan Alleborn, Vorsitzender der Händlervereinigung Treffpunkt Konstanz, während der Jahreshauptversammlung. Die Besucherfrequenz in der Innenstadt habe nachgelassen. Im Januar 2025 sei sie um 8,8 Prozent, im Januar 2026 nochmals um weitere 1,8 Prozent gesunken. 2023 bis 2025 seien Minusjahre gewesen, was sich auch auf die Umsätze der Geschäfte niederschlage. „Die Tendenz setzt sich fort“, so Alleborn.
Im Schulterschluss mit der Politik, den der Treffpunkt anstrebt, soll dem entgegengewirkt werden, denn: „Wenn es dem Handel gut geht, dann geht es der gesamten Stadt gut“, so Vorstandsmitglied Andrea Reinl. Die Erreichbarkeit der Innenstadt ist wesentlich für die Frequenz. Alleborn kommt auf das C-Konzept zu sprechen: „Leider haben sich unsere Befürchtungen bewahrheitet. Wir drängen darauf, dass Döbele und Schnetztorknoten schnell und unbürokratisch angegangen werden.“
Stadtratsfraktionen tauschen sich mit Treffpunkt aus
Der Treffpunkt hat bereits ein Positionspapier veröffentlicht und ist „mit Verwaltung und den Stadtratsfraktionen im Austausch“. Von den Fraktionen habe es positive Rückmeldungen gegeben. Auch bei der Versammlung waren Vertreter von CDU, SPD und Jungem Forum anwesend.
Das Positionspapier habe einen kritischen Unterton, „aber so weit liegen wir nicht auseinander“, bekräftigt SPD-Stadtrat Jürgen Ruff. „Wir haben einige Punkte voranbringen können.“ Der Treffpunkt könne ein Vorbild für die politischen Vertreter sein, merkt Eric Thiel, Geschäftsführer der Marketing und Tourismus Konstanz GmbH, an: „Es wird nicht mehr ausgegeben, als eingenommen wird.“
Dem Negativtrend entgegenwirken
Wichtig ist der Blick in die Zukunft, um das Ruder herumzureißen. Noch gibt es zwei verkaufsoffene Sonntage (der nächste am 31. Mai), denn die Schaufensterfunktion sei wichtig für die Stadt. Gleichzeitig werde die Veranstaltung auf den Prüfstand gestellt, ob sie noch zeitgemäß ist, und nach Alternativen gesucht, so Reinl.
„Das Parkhaus Europabrücke ist kein Ersatz für das Parken in der Innenstadt. Wir sehen als Ergänzung“, stellt Stephan Alleborn fest. Gemeinsam mit den Stadtwerken hatte der Treffpunkt an den Adventssamstag 2025 dort das Gratisparken ermöglicht und das Lago noch einen 15-Euro-Einkaufsgutschein draufgelegt. „Das wurde mäßig bis gar nicht angenommen“, äußert Alleborn enttäuscht.
Aber es gebe gemeinsam mit den Stadtwerken bereits neue Ideen. „Es ist schon was in der Pipeline, um die Innenstadt zu entlasten“, so Reinl. Die Vision von Vorstandsmitglied Stefan Niethammer: Dass die Stadt im Miteinander so hervorragend funktioniere, dass darüber berichtet werde. Das Ziel: „Wir müssen einzigartig bleiben“, so Andrea Reinl.
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