Die Mennoniten wollen von Jesus lernen

Südkurier: Was unterscheidet die Mennoniten von anderen Glaubensgemeinschaften?

BECK: Geschichtlich gesehen ging die Reformation den Mennoniten nicht weit genug. Sie erkannten die Notwendigkeit einer Trennung von Kirche und Staat und damit verbunden lehnten sie auch die Praxis der Kindertaufe ab. Wir befürworten die in der Bibel genannte Glaubenstaufe. Man wächst nicht einfach in das Reich Gottes hinein, sondern es braucht eine persönliche Entscheidung. Auf diese persönliche Entscheidung hin lässt man sich taufen und bezeugt damit, dass man Jesus als Retter und Herrn über das eigene Leben akzeptiert. Auch nennenswert ist das Thema Frieden. Die Mennoniten verstehen sich als Friedenskirche. Sie empfehlen zum Beispiel keinen Militärdienst zu leisten, was jedoch nicht verbindlich zu verstehen ist. Auch international setzt sich der Gemeindeverband für Frieden ein, zum Beispiel durch das mennonitische Freikirchenkomitee.

Gibt es auch Unterschiede im Gottesdienst?

BECK: Was die Versammlung anbelangt, gibt es bei uns, wenn man uns etwa mit der evangelischen Kirche vergleicht, kaum liturgische Elemente. Wir möchten nicht Religion pflegen, sondern den Glauben. Es gibt vor und nach der Predigt meist einen längeren Lobpreisteil, in dem wir Glaubens- und Anbetungslieder singen und auch das freie Gebet des einzelnen Raum hat. Damit möchten wir zu einem lebendigen Glauben ermutigen.

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