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Ringen um Olympia: Könnte Berlin das größte Sportereignis der Welt stemmen?

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12.06.2026

Im Sportforum Hohenschönhausen in Berlin wirkt vieles, als sei es zwischen Trainingsalltag und Verfall stecken geblieben. Wer hier entlangläuft, sieht funktionierende Hallen und Plätze, aber auch Dixi-Klos, bröckelnde Infrastruktur, teils menschenleere Flächen. Ein paar Kilometer weiter zeigt die Max-Schmeling-Halle ein anderes Bild: Fast geschniegelt, repräsentativ steht sie da mit ihren bis zu 11.900 Zuschauerplätzen. In der gläsernen Front blitzt die Sonne, das Dach hat man begrünt. Hier ist die Heimat der Berlin Recycling Volleys und der Handballmannschaft Füchse Berlin – die einen gerade erst wieder deutscher Meister, die anderen Vizemeister geworden. Und hier ist die Hauptstadt nicht nur Sport-, sondern auch Event- und Konzertstadt.

Zwei Orte, beide in Benutzung, und sie erzählen völlig verschiedene Gegenwartsbilder: hier ein Sportgelände, das man an vielen Stellen dringend auf den neuesten Stand bringen müsste; dort ein lebendiges, zukunftsfähiges Multifunktions-Areal. Genau zwischen diesen Polen bewegt sich Berlins Olympia-Bewerbung. Denn während die Initiative „NOlympia“ gegen das Milliardenprojekt und gegen Intransparenz mobilmacht, wirbt „Berlin gewinnt mit Olympia“ mit der Chance auf Modernisierung und einen Schub für Infrastruktur und Sport. Doch kann Deutschlands gerne und viel beschriebene Chaos-Hauptstadt, die schon an der reibungslosen Durchführung einer Bundestagswahl scheiterte, überhaupt so ein großes Sportevent stemmen? Haben die Bürgerinnen und Bürger, salopp gefragt, Bock auf die Spiele? Und könnte die Bewerbung standhalten gegen Konkurrenten wie München?

Die Initiative „NOlympia“ möchte die Olympischen Spiele in Berlin verhindern

Das vor sich hinbröselnde ehemalige DDR-Sporthotel am Eingang des Sportforums Hohenschönhausen steht sinnbildlich für einen der vielen Gründe, warum sich „NOlympia“ gegen das Mammutprojekt einsetzt. Im Alltag der Hauptstadt fehlt Geld an allen Ecken, während neue Projekte oft teurer werden und jahrzehntelang den Haushalt belasten. „Seit 30 Jahren sieht das hier so aus“, sagt Gabriele Hiller, während ihr Blick über das leer stehende Gebäude streift. Sie ist Sprecherin der Initiative, gelernte Sportlehrerin und war lange linke Abgeordnete für den Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Es habe mehrfach Versuche gegeben, das Anwesen zu verkaufen oder zu renovieren. Ohne Erfolg. „Berlin ist arm, hier dauert alles immer länger“, sagt Hiller.

Knapp fünf Milliarden Euro sollen die Spiele hier nach offiziellen Angaben kosten. Dass es dabei bleibt, hält Hiller für unrealistisch. Die einzelnen Kostenpunkte seien zu knapp kalkuliert. Orte wie das Sportforum Hohenschönhausen könnten durch Olympia zwar profitieren, räumt sie ein. Investitionen seien wichtig und notwendig. Doch zusätzliche Gelder........

© Südkurier