Landtagswahl Baden-Württemberg: Was das Duell Hagel gegen Özdemir so spannend macht |
Kein Wort zu Nicolas Maduro oder zu Crans-Montana, zu Venezuela oder dem Unglücksort in den Schweizer Bergen. Hier im Konstanzer Konzil, jenem prächtigen Gebäude, in dem 1417 die Papstwahl stattfand und das seit 1912 als Restaurant, Festsaal und Kongresszentrum genutzt wird, spielt an diesem ersten Samstag des neuen Jahres das Weltgeschehen mal keine Rolle. Stattdessen geht es um Kita-Plätze, um Sicherheit im öffentlichen Raum – und um Maultaschen.
In den Medien wird nichts davon viral gehen, was daran liegt, dass knapp zwei Monate vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg die überregionalen Schlagzeilen nicht von Manuel Hagel oder Cem Özdemir bestimmt werden. Obwohl die heiße Wahlkampfphase doch angefangen hat. Die beiden Spitzenkandidaten mit den größten Aussichten aufs Amt des Ministerpräsidenten haben jetzt so richtig losgelegt – Hagel, der CDU-Fraktionschef im Landtag, am ersten Wochenende im neuen Jahr, der frühere grüne Bundesminister Özdemir machte den ersten großen Aufschlag am 8. Januar in Villingen. Einer der beiden, so viel scheint klar, wird den beliebten, aber inzwischen fast 78 Jahre alten Landesvater Winfried Kretschmann beerben.
Beide wollen sie bis zur Wahl am 8. März alle 70 Wahlkreise besuchen. Hagel plant Auftritte mit jedem einzelnen CDU-Kandidaten, in Konstanz stärkt er Andrea Gnann, bislang im politischen Geschäft als Gemeinderätin in Radolfzell unterwegs, den Rücken. Özdemir wolle möglichst vielen Bürgern die Gelegenheit bieten, ihn kennenzulernen, sagt seine Wahlkampfmanagerin. Neben den sechs großen Townhall-Veranstaltungen, zu denen die in der Villinger Tonhalle zählt, soll es viele kleinere geben.
Ein Bekanntheitsproblem hat der Grünen-Mann nicht, Hagel dafür schon: Der BaWü-Check, die Umfrageserie der baden-württembergischen Tageszeitungen, stellte im Juli 2025 fest, dass nur 20 Prozent den CDU-Spitzenkandidaten kennen, demgegenüber konnten 79 Prozent mit Cem Özdemir etwas........