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Horrorsong "My Way"- fragile Männlichkeit in Ton gegossen.

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23.01.2021

Als hätte er sich vorgenommen, das Amt bis auf die allerletzte Sekunde seiner Zeit so blamabel wie es eben geht auszufüllen, ließ er es sich nicht nur nicht nehmen Joe Biden die Hair Force One so spät wie möglich zu überlassen, nein: Im Flieger Richtung Florida, den Atomkoffer wie einen Teddy umklammernd, lief beim Abheben über die Lautsprecher auf dem Flugfeld Frank Sinatras "my way"- immer schon die Hymne für all jene, denen Selbstzweifel so fremd sind wie flache Hierarchien oder ein schlichtes "Nein".

So peinlich diese Songauswahl ist, so stimmig ist sie natürlich: He did it his way. Wer wollte das bestreiten. Wer, wenn nicht ein Mensch mit dem Empathiechip eines T-1000 würde sein Schaffen und seinen Einfluss auf andere so bilanzieren:

"Regrets, I've had a few But then again, too few to mention"

Muss man ja erstmal schaffen: Mit Mitte siebzig nichts Nennenswertes falsch gemacht zu haben, zumindest so wenig, dass es keiner größeren Erwähnung bedarf. Oder wenigstens bedauern.

Selbst Charles Manson soll manchmal ins Grübeln gekommen sein. Es ist die Reflexionsgabe, die einen Menschen sympathisch macht - und dann ist da eben wiederum diese Form der kurzen charakterlichen Inventur, die mit einem "Nope. Alles top" zügig abgeschlossen wird.

Na, das muss doch ein........

© stern


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