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Frühjahr war alles besser – warum wir jetzt in die entscheidende Phase kommen

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26.02.2021

"Länger stehen verboten" – spätestens als diese Information über "ein Verweilverbot in der Düsseldorfer Altstadt" als Push Mitteilung auf meinem Smartphone aufpoppte, war klar: Die Zeiten größtmöglicher Hilflosigkeit sind zurück. So wie im letzten Frühling, als die Münchener Polizei sich nicht entblödete, Menschen mit Büchern unter Androhung empfindlicher Strafen von Parkbänken zu vertreiben. "I'm still Standing", aber als Protestsong. Frühling lässt sein Absperrband wieder flattern ...

Mein Name ist Micky Beisenherz. In Castrop-Rauxel bin ich Weltstar. Woanders muss ich alles selbst bezahlen. Ich bin ein multimedialer

(Ein-)gemischtwarenladen. Autor (Extra3, Dschungelcamp), Moderator (ZDF, NDR, ProSieben, ntv), Podcast-Host ("Apokalypse und Filterkaffee"), Gelegenheitskarikaturist. Es gibt Dinge, die mir auffallen. Mich teilweise sogar aufregen. Und da ständig die Impulskontrolle klemmt, müssen sie wohl raus. Mein religiöses Symbol ist das Fadenkreuz. Die Rasierklinge ist mein Dancefloor. Und soeben juckt es wieder in den Füßen.

Nun kommt ebendieser Frühling 2021 recht schnell, und man wünschte sich, beim Impfen gäbe es ein ähnliches Tempo wie beim Klimawandel. Für den allerdings zeichnet die tankerträge EU nicht allein verantwortlich, und das ist auch ein anderes Thema, das wir gerne einmal besprechen können, wenn es im Januar bereits eine Wespenplage am Osnabrücker Nordseeufer gibt.

Gestern noch spazierte ich durch Berlin. Im Monbijoupark saßen Menschen auf Decken, junge Leute spielten in einem Käfig und wieder andere gemeinsam Basketball. Und auch wenn dieses verlernte Bild in mir mittelschwere pandemische Rauchmeldereien auslöste, so empfand ich doch: Beruhigung. Ja, vielleicht sogar leise Freude. Ich habe mich für diese Frauen und Männer gefreut.

Die Art, wie sie sich diesen virologischen Fronturlaub genommen und kurzzeitig so gelebt haben, wie wir es kennen. Mit all der für Berlin üblichen lustvollen Dummheit, aber ähnlich dem Beobachten kindlichen Gemütes hat das ja auch was. Diese Leute sind keine Idioten, keine Ignoranten oder rücksichtslose Schweine, die unsere Omas töten wollen, sondern Menschen, die es raus an die frische Luft gezogen hat. Dass es am Rhein, der Elbe oder der Isar exakt alle an dieselben Stellen gezogen hat, ist gleichermaßen unkreativ wie virologisch bedenklich. Der Mensch........

© stern


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