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Es lebe das Matriarchat – Danke, Mama

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09.05.2021

Muttertag. Wo fange ich an. Okay, wir können uns natürlich jetzt daran aufhängen, dass der heutige Tag eine Institution ist, die aus einer Zeit zu stammen scheint, irgendwo zwischen "zur Beruhigung: Frauentonikum" und "Schatz, der Chef kommt zu Besuch, hol Chantré." Angestaubt, piefig und in seiner alljährlichen Kurzlebigkeit geradezu provokant. Vergessen wir das kurz.

Das Wort, welches uns in der zweiten Jahreshälfte am meisten begegnen dürfte – neben "Freiheit"– ist: Mutti. Das hat zum einen damit zu tun, dass Angela Merkel ab Ende September keine Bundeskanzlerin mehr sein wird – und zahllose Artikel über ebendiese "Mutti" geschrieben worden sein werden. Das entbehrt nicht einer gewissen Komik, da die kinderlose Physikerin aus der Uckermark in etwa so viel Mütterliches hat wie Friedrich Merz Hipster ist. Vermutlich ist es das tief in uns verankerte Gen, in die führende Frau sofort dieses Topflappen-Flair hineinzuwünschen. Wir wollen richtungsweisende Politik, aber ein bisschen Mamma Miracoli soll's dann bitte auch schon sein. Wenigstens wie Uschi Glas damals in "Anna Maria – eine Frau geht ihren Weg". Sinnlich, schön, aber zur Not selber mit den zarten Händen am Steuer vom Kieslaster.

Mein Name ist Micky Beisenherz. In Castrop-Rauxel bin ich Weltstar. Woanders muss ich alles selbst bezahlen. Ich bin ein multimedialer

(Ein-)gemischtwarenladen. Autor (Extra3, Dschungelcamp), Moderator (ZDF, NDR, ProSieben, ntv), Podcast-Host ("Apokalypse und Filterkaffee"), Gelegenheitskarikaturist. Es gibt Dinge, die mir auffallen. Mich teilweise sogar aufregen. Und da ständig die Impulskontrolle klemmt, müssen sie wohl raus. Mein religiöses Symbol ist das Fadenkreuz. Die Rasierklinge ist mein Dancefloor. Und soeben juckt es wieder in........

© stern


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