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Die drei Fragezeichen – Black Box CDU

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16.01.2021

Heute also entscheiden 1001 Delegierte darüber, wer das schwere Erbe von Angela Merkel antreten muss. Gut, streng genommen ist noch Annegret Kramp-Karrenbauer dazwischen, aber an diese Zeit dürfte sich bald nur noch ihr Gesprächstherapeut erinnern. Zur Wahl stehen drei Kandidaten, bei denen man sich unweigerlich fühlen muss wie beim Besuch seines Lieblingsrestaurants- und die besten Gerichte sind leider aus.

(Restaurants, Sie erinnern sich?)

Auf der Karte stehen also: Laschet, Röttgen und Merz. Die stehen nicht nur auf der Karte, sondern alleine in Berlin. In einer Messehalle auf dem Podium, eine Rede haltend, ohne jedwede Reaktion vom Publikum. Für Friedrich Merz ist also alles wie 2018, beim letzten Versuch. Das, was da heute auf dem schwarzen Kanal gesendet wird, ist ein Dreikleinekönigstreffen, ein Supertalent-Finale für Aktentaschenafficiondos oder kurz: Die drei Fragezeichen als Live Event. Eine gewaltige Black Box.

Weil eben keiner dabei ist, auf den alle abfahren, splittet sich die Partei auf in drei Gruppen, die ein Gedanke eint: Sie wollen weniger den Kandidaten selbst, sondern eher das, was er nicht ist: Das Mensch gewordene Ringlicht, Röttgen bedeutet weniger Fax-Gerät. Friedrich Merz bedeutet weniger Merkel. Und Laschet bedeutet vor allem weniger Merz.

Die Andersartigkeit als Verkaufsargument.

Joe Biden wurde ja auch nicht gewählt, weil er so zu euphorisieren verstand, sondern weil nach vier Jahren Trumpokalypse das Starren auf eine weiße Tapete so beruhigend wirkt. Bundesparteitag, das ist für alle die vom immer gleichen Ausgang........

© stern


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