Wie bildet sich der Mensch?

Letzte Woche besuchte ich in Schönenwerd mit meinem zehnjährigen Sohn das Freilichttheater «Der eingebildete Kranke» von Molière auf dem Bühl. Unter den alten, Schatten spendenden Linden sassen etwa zwanzig Gäste. Ein paar wenige Requisiten bildeten die Bühne und die Stimmung war ruhig, erwartungsvoll. Ich sass da und dachte: Ist das überhaupt kindertauglich?

Molières Stück erzählt vom Hypochonder Argan, der sich vollständig seinen Diagnosen unterordnet – bis er nicht mehr unterscheiden kann, was real ist und was Angst. Etwas, dem ich auch heute bei der Arbeit und im Privaten begegne: die Angst vor allem Möglichen und wie sie bereits den Ausgang bestimmt.

Das Freilichttheater-Ensemble auf dem Bühl führte das Stück «Der eingebildete Kranke» auf.

Auf dem Heimweg blieb ich beim Wort «Einbildung» hängen: Darin steckt «Bildung» – und plötzlich spielte ich mit den Wörtern in meinem Kopf: eingebildet, gebildet, verbildet. Dann überlegte ich: Was bedeutet Bildung eigentlich? Wann gilt jemand als gut........

© Solothurner Zeitung