Die SPD darf auf keinen Messias hoffen

SPD im Abwärtstrend: Warum die Hoffnung auf einen politischen Retter trügt

Die SPD darf auf keinen Messias hoffen

Die SPD ist in einer Zwickmühle: Sie muss sich mehr profilieren, ohne die Koalition als strittigen Haufen dastehen zu lassen. Ein Austausch der Parteispitze wäre ein Kurzzeit-Effekt mit Risiken.

Berlin. Die SPD ist einer tiefen Krise, auf einer steilen Rutschbahn in den Abgrund, in die Versenkung. Wie schön und praktisch wäre es da für die Partei, wenn einer oder eine aus den Büschen spränge und die Talfahrt bremste: Parteichefs weg, ein oder eine oder auch zwei Neue her – und zack, geht es wieder aufwärts.

Die Hoffnung auf einen Messias ist nachvollziehbar, realistisch ist sie nicht. Das Verklärungsstadium von Willy Brandt, der in den 1970er Jahren – lang ist’s her - mit dem kumpelhaften „Willy wählen“ Bundeskanzler wurde, hat seitdem in der SPD keiner mehr erreicht. Martin Schulz hatte als Kanzlerkandidat vor neun Jahren kurzzeitig Heiligenstatus, scheiterte dann aber dennoch mit einem katastrophalen Wahlergebnis.

Natürlich lässt sich die Frage stellen,........

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