Die Botschaft von Jesu Geburt in Zeiten der Krisen und Kriege: Die Krippe als Ort der Hoffnung
Fürchtet euch nicht! Wirklich? Wer soll glauben, was das Weihnachtsevangelium verkündet? Zu phantastisch erscheint die Botschaft, mit der uns ein antiker Autor namens Lukas Aussichten auf einen „Retter“ eröffnet. Heilsbringer beunruhigen eher, gerade dieser Tage. Trotzdem zieht die Geschichte des heiligen Abends magisch an. Wieviel Lebensabstand man zum Glauben an einen menschgewordenen Gott auch haben mag, Weihnachten setzt Bilder frei, die berühren: Perspektiven auf eine Welt, die dem Zauber von Engeln und Hirten auf dem Feld folgen und der Krippengeschichte einer Kleinfamilie unter prekären Lebensbedingungen ihr eigenes Gepräge geben.
Am Ende eines Vierteljahrhunderts, das Krise an Krise, Katastrophe an Katastrophe reihte, gibt es allen Grund, sich zu fürchten. Wie viele Kriege hat die Welt seit dem Milleniumswechsel erlebt? Wer an Weihnachten 1999 apokalyptische Sorgen hegte, erweist sich im Nachhinein als politischer Realist. Wer heute dem Evangelium des Lukas zuhört, mag eher Spuren eines ganz anderen Engels entdecken: Walter Benjamin ist auf sie in einem Bild von Paul Klee gestoßen. 1940, verzweifelt an der politischen Lage seiner Zeit, beschreibt der von den Nazis verfolgte jüdische Philosoph den „Engel der Geschichte“ – eine Gestalt der Aussichtslosigkeit: „Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine........
