Statuen in Schwerin und Gelsenkirchen: Lenin – der andere Massenmörder |
Etwas breitbeinig steht er da, im knielangen Mantel, das Kinn nach vorn gereckt, den Blick in eine unbestimmte Ferne gerichtet. Die Hände stecken in den Taschen; die sonst vielerorts übliche ausladende Geste fehlt. Vielleicht ist ihm einfach kalt, dem 3,50 Meter großen Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, an der Hamburger Allee in Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin. Dort steht er nämlich, in Bronze. Nach wie vor.
Dabei hätte ihm 2025 ganz warm ums Herz werden können. Denn das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege sprach sich im Herbst dafür aus, den Riesenlenin in die Denkmalliste der Landeshauptstadt aufzunehmen. Begründung: Er weise „hohen historischen Zeugniswert auf“. Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) sprach sich ebenfalls gegen eine Entfernung aus – nur so gebe es „auch weiterhin die Chance zur konstruktiven Auseinandersetzung mit unserer jüngeren Geschichte“. Ohnehin habe bereits eine „Dezimierung politischer Kunst aus DDR-Zeiten“ stattgefunden. Und seine Parteifreundin, Kulturministerin Bettina Martin, erklärte, auch Denkmäler, die aus heutiger Sicht Furchtbares glorifizierten, seien als Erinnerung wichtig. Die Wellen der Debatte schlugen vor allem lokal hoch; das Denkmalschutzverfahren zieht sich.
Werdegang Lenin wird 1870 als Wladimir Iljitsch Uljanow in Simbirsk an der Wolga (heute Uljanowsk) geboren. Schon früh ist er marxistischer Revolutionär, sitzt in Haft und geht ins Exil, unter anderem nach Zürich.
Revolution 1917 kehrt er zurück und führt die Bolschewiki an die Macht. Die Opposition wird brutal unterdrückt; im folgenden Bürgerkrieg setzt Lenin konsequent auf den Terror der Geheimpolizei Tscheka und ordnet Massenhinrichtungen an.
Ende Mehrere Schlaganfälle setzen ihn außer Gefecht. Lenin stirbt am 21. Januar 1924 mit 53 Jahren. Als Nachfolger setzt........