Militärschlag gegen Maduro: Trump beansprucht Lateinamerika für sich |
An allerhand Anmaßungen hat man sich gewöhnt. Aber diese 32 Seiten sind dann doch etwas Neues. Stets prahlt Donald Trump, der Beste, Größte, Erfolgreichste zu sein – eine oft groteske, aber von geltungssüchtigen Politikern doch im Grundsatz bekannte Renommiersucht. Mit seiner neuen Nationalen Sicherheitsstrategie von Anfang Dezember jedoch hat es der US-Präsident persönlich übernommen, die Geschichtsbücher umzuschreiben.
Das Papier verkündet nicht weniger als eine „Trump-Folgerung aus der Monroe-Doktrin“, also aus jenen außenpolitischen Leitsätzen, die der damalige US-Präsident 1823 formulierte und die im Wesentlichen Amerika, die „westliche Hemisphäre“, zum strategischen Vorfeld der USA erklärten. Normalerweise ist es an Historikern, im Nachhinein politische Weichenstellungen mit den Namen ihrer Urheber zu verbinden. Bei Monroe dauerte es eine ganze Generation. Trump übernimmt das einfach selbst. Und er ist auch entschlossen, danach zu handeln, wie der Angriff auf Venezuela in der Nacht zu Samstag zeigt.
Die neue Sicherheitsstrategie ist allgemein als tiefer Einschnitt erkannt worden, in Deutschland vor allem, was die Beziehungen der USA zu Europa angeht. Sie ist aber zugleich eine Zäsur in der Selbstbetrachtung der Vereinigten Staaten, in der Selbstzuweisung ihrer Aufgaben.
Drei Jahre liegen nahe, wenn man Anknüpfungspunkte für das Papier sucht: 1796, 1823 und 1935. Am 19. September 1796 veröffentlichte George Washington, der kultisch verehrte Held des Unabhängigkeitskriegs und erste US-Präsident, seine „Farewell Address“ – nicht einfach ein freundliches Abschiedsschreiben, sondern ein politisches Testament.
Es sei die „wahre Politik“ der USA, schrieb Washington damals, sich fernzuhalten von neuen „dauerhaften Bündnissen mit irgendeinem Teil des Auslands“: „Warum sollten wir unseren Frieden und unseren Wohlstand........