Sprachkritik: Was das neue Unwort „Sondervermögen“ entlarvt

Mit dem frisch gewählten „Unwort des Jahres“ rückt die Wirtschaft in den Blick – und das Unbehagen vieler Bürgerinnen und Bürger. „Sondervermögen“ ist nicht nur ein beschönigendes Wort für Schulden. Es verkehrt die Realität frech ins Gegenteil, aus Schulden wird ein Guthaben, sogar ein besonderes Vermögen. Als sei das viele Geld, das gerade für Infrastruktur und Modernisierung in Deutschland ausgegeben wird, doch da. Nur an einem besonderen Ort, auf den man plötzlich zugreifen kann. O Wunder!

Die Wahl für das Jahr 2025 erfüllt also beispielhaft die Kriterien für ein Unwort. Sollen mit dieser Aktion doch sprachliche Entgleisungen entlarvt werden, die Fakten verzerren und aktuelle Debatten spiegeln. Das „Sondervermögen“ wird trotz seiner groben Verdrehung der Tatsachen häufig verwendet, weil es markiert, welches Geld gerade etwa für neue Straßen und Brücken ausgegeben........

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