Nostalgie-Welle: Junge Menschen sehnen sich nach früheren Zeiten

Junge Menschen in Deutschland wünschen sich ein nachhaltigeres Verständnis von Wohlstand. Ihnen geht es nicht nur um Wirtschaftswachstum und höhere Einkommen, sondern auch um Klimaschutz, Bildungschancen und Mitbestimmungsrechte. Das zeigt die aktuelle „Next-Generation“-Studie der Allianz-Foundation. Dafür hat das Sinus-Institut im Sommer des vergangenen Jahres 8508 junge Leute im Alter von 16 bis 39 Jahren in den fünf bevölkerungsreichsten EU-Ländern Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Polen befragt. Die Ergebnisse wurden auch länderweise ausgewertet.

Die Umfrage zeigt aber nicht nur, welche Werte jungen Menschen heute wichtig sind, sondern auch deren Frust. 40 Prozent der in Deutschland Befragten fühlen sich politisch benachteiligt. 28 Prozent sehnen sich nach einem vermeintlich besseren „Früher“, mit weniger Zuwanderung und traditionellen Geschlechterrollen. Vor allem Millennials im Alter von 30 bis 39 Jahren wünschen sich mehr Nationalstolz und wollen, dass weniger kritisch über die deutsche Geschichte gesprochen wird.

Bemerkenswert ist zudem, dass fast 60 Prozent der Befragten ihre Generation als tief gespalten erleben. Sie reagieren darauf allerdings nicht mit dem Streben nach Versöhnung und Gemeinschaft, sondern halten radikale Mittel in der politischen Auseinandersetzung zunehmend für geboten. Zehn Prozent der Befragten finden es richtig, Andersdenkende mit Hasskommentaren zu attackieren. Sie sind zudem offen für illegale Protestformen oder Gewalt gegen Menschen mit politischer Verantwortung. Weitere elf Prozent stimmen solchen Haltungen teilweise zu. Diese Tendenzen zeigen sich auch in den anderen........

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