Waffenruhe im Iran: Freut euch nicht zu früh!
Waffenruhe im Iran Freut euch nicht zu früh!
Meinung · Die Börsen jubeln, der Ölpreis fällt – doch die Folgen des Iran-Kriegs werden Wirtschaft und Verbraucher noch lange belasten. Und das Kartellamt steht beim Sprit vor einem alten Problem. Eine gute Nachricht gibt es trotzdem.
Die Reparatur der zerstörten Anlagen wird dauern.
Die Reaktion an den Finanzmärkten auf die Waffenruhe im Iran war eindeutig: Weltweit schnellten die Kurse hoch. Der Ölpreis als Thermometer der Krise brach ein. So gut es für die Menschen in der Golf-Region ist, dass nun die Waffen schweigen, so wenig Grund gibt es für Euphorie. Zum einen bedeutet eine Waffenruhe noch kein Ende des Krieges, dieser kann jederzeit wieder ausbrechen - zumal die USA faktisch nichts erreicht haben und die iranischen Mullah fest im Sattel sitzen. Zum anderen sind durch die Blockade der Straße von Hormus die globalen Lieferketten nachhaltig gestört. Es wird Wochen dauern, bis der Stau der Schiffe aufgelöst ist und alles wieder reibungslos läuft. Und es wird Monate, wenn nicht mehr dauern, bis die zerstörten Förderanlagen in der Golf-Region repariert sind. Zugleich werden sich die hohen Energie- und Düngerpreise nun durch die Wertschöpfungsketten fressen und die Inflation in Deutschland treiben.
