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Wehleidigkeit ist kein Programm

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22.06.2019

Manche Frauen haben Erfolg in der Politik, andere scheitern. Für beides sollten sie selbst die Verantwortung übernehmen dürfen.

Caspar Einem hat es sicher gut gemeint. „Ist die SPÖ eine intelligente Partei?“, lautete der Titel eines Gastkommentars, den der ehemalige SPÖ-Innenminister vor ein paar Tagen im „Standard“ veröffentlichte. In dem langen Text empfiehlt Einem den Genossen dringend einen anderen Umgang mit Pamela Rendi-Wagner. „Eine intelligente Partei hört ihrer Vorsitzenden zu, denn sie hat etwas zu sagen, eine intelligente Partei versammelt sich hinter der Spitzenkandidatin und erkennt, was sie an ihr hat“, heißt es da zum Beispiel. Man könne den Eindruck haben, so der Autor, dass manche Funktionäre „lieber einen kräftigen Macho an der Spitze der Partei“ sähen – obwohl die Chefin so viele Qualitäten mitbringe: „Sie sieht gut aus, sie kann gut sprechen und macht insgesamt einen sehr sympathischen Eindruck.“

Wie gesagt: Caspar Einem hatte sicher die besten Absichten. Irgendwer im Aktiv-Department der SPÖ wird den Text wohl auch noch gegengelesen haben, bevor er an die Zeitung gemailt wurde. Das Ergebnis ist trotzdem desaströs. Wer als Spitzenpolitiker (den Genderstern oder ein Binnen-I bei Bedarf bitte mitdenken) diese Art von Plädoyer nötig hat, kann........

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