Social-Media-Sucht: Insta ist das neue Marlboro
Leute (wie ich), die in den 1970er- Jahren aufwuchsen, sind fassungslos, wenn sie an ihre Kindheit denken. Wir saßen im Auto auf der Rückbank, vorn qualmten Papa und Mama bei geschlossenen Fenstern eine Zigarette nach der anderen. Rauchschwaden und der Geruch voller Aschenbecher waren die Parfums unserer frühesten Jahre. Überall, in jedem noch so kleinen Raum, wurde geraucht: im Gasthaus, zu Hause, im Warteraum beim Arzt.
Wie konnten uns unsere Eltern so gedankenlos diesen krebserregenden Stoffen aussetzen? Warum waren wir von verführerischen Plakaten viriler Männer und schöner Frauen umgeben, die Zigaretten als unverzichtbares Accessoire zwischen den Fingern hielten? Wie konnte man „Der Geschmack von Freiheit und Abenteuer“ (Marlboro) oder „Aktiv leben, vergnügt genießen“ (R6) als Slogans durchgehen lassen? Wusste die Generation unserer Eltern nicht, wie schädlich das Rauchen war?
Sie hätten es wissen können. Längst existierten damals Studien über die gesundheitsschädlichen Folgen des Zigarettenkonsums, über den Suchtfaktor und auch über das Problem des „Mitrauchens“. Schon in den 1950er-Jahren liefen in den USA erste Prozesse........
