Der Epstein-Files-Schwindel

Wenn Sie in der vergangenen Woche nicht auf einer Skihütte ohne Wlan eingeschneit waren, haben Sie unweigerlich Details aus dem Leben des 2019 verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein und seines Umfelds erfahren. Drei Millionen Seiten, 180.000 Bilder und 2000 Videos aus den Akten wurden vom US-Justizministerium online gestellt. Alle Welt weiß etwas darüber.

Das wirkt wie grenzenlose Transparenz und wie die lange ersehnte Möglichkeit, sich ein unverfälschtes Bild der kriminellen Vereinigung rund um Epstein zu machen. Endlich Klarheit nach Jahren der Gerüchte. Endlich Gerechtigkeit statt Vertuschung.

Aber das ist ein Irrtum. Die Wahrheit kommt nicht ans Tageslicht, die Manipulation der Öffentlichkeit erreicht ihren Gipfel, und von Gerechtigkeit ist keine Spur. Dafür gibt es drei Gründe.

Erstens sind die allermeisten Vorwürfe, die sich aus den Dokumenten ergeben, unüberprüfbar. Ein Beispiel: Wenn Epstein in E-Mails schreibt, dass Microsoft-Gründer Bill Gates sich beim Sex mit russischen Mädchen Geschlechtskrankheiten zugezogen habe und heimlich seiner Ehefrau ein Medikament........

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