RBI: Win-Win auf Russisch
Es ist schon ungewöhnlich, dass man auf 3,15 Milliarden Euro geklagt wird und sich nicht einmal wehrt. Fast könnte man meinen: Da steckt ein Plan dahinter. Noch viel mehr, wenn man sich die Beteiligten vor Augen führt: auf der einen Seite die russische Rasperia Holding Limited, die dem Umfeld des sanktionierten Oligarchen Oleg Deripaska zugerechnet wird; auf der anderen Seite die Raiffeisen Bank International (RBI), die seit Jahren nach Mitteln und Wegen sucht, die – kriegsbedingt – gestrandeten Milliardengewinne ihrer Russland-Tochter nach Österreich zu holen.
Zufall oder nicht: Die 3,15 Milliarden Euro, welche die RBI Ende Juni von Rasperia eingeklagt hat, entsprechen just dem Wert jener Aktien am Baukonzern Strabag – samt Zinsen und Dividenden –, die der Rasperia gehören und mit welchen die Rasperia wegen der Sanktionen ohnehin nichts anfangen kann. Sie liegen seit Kriegsbeginn in einem Wiener Banksafe.
Die RBI klagt zurück, was ihr in Russland genommen wurde. Plus eine Milliarde mehr. Das Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien hat der RBI und ihrer russischen Tochter........
