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Nasen putzen, Brote streichen

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23.11.2019

Care-Arbeit ist kein bizarres Hobby, sondern eine Notwendigkeit.

Mit Care-Arbeit wird man nicht reich. Oder richtiger: wird frau nicht reich. Frau, weil vorwiegend Frauen unbezahlte Care-Arbeit leisten. Care-Arbeit, Sie wissen schon: Nasen putzen, Brote streichen, zuhören, trösten, Vokabeln abfragen, den Opa zum Arzt fahren … All das ist meistens Weibersache. Der partnerschaftliche Mann verliert sein Partnerschaftsgen oft beim Hinaufklettern auf der Karriereleiter, irgendwie verhakt es sich auf den unteren Sprossen, da muss er es dann zurücklassen, bevor er abrutscht. Das Vereinbarkeitsdilemma, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, ist weiblich. Warum wohl arbeiten so viele junge Mütter Teilzeit?

Das wirkt sich nicht nur auf ihr jeweils aktuelles Einkommen, sondern in der Folge auch auf ihre Vermögensbildung aus. Sie bilden keins. Über Vermögen verfügen zu können ist bzw. wäre jedoch wichtig. Nicht, weil gebunkerter Reichtum einen per se glücklich macht wie Dagobert Duck, wenn er in seinem Geldspeicher herumtollt, sondern weil finanzielle Reserven entscheiden, wie man Krisen – Arbeitslosigkeit, Krankheit, plötzlich notwendige hohe Ausgaben – übersteht und wie man im Alter lebt. Frauen verfügen in der Regel über weniger Reserven als Männer, sehr oft über gar keine. Es gibt nicht nur eine Einkommens-, sondern auch eine Vermögensschere.

Untersucht........

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