Wir brauchen unsere eigenen Tech-Bros

Die Wiener Festwochen glauben, sie hätten die Bevölkerung vor etwas geschützt, indem sie den Tech-Milliardär Peter Thiel nach Protesten wieder ausgeladen haben. Hier liegt ein Missverständnis vor. Tatsächlich haben sie uns eine wichtige Möglichkeit genommen, einen Mann zu beobachten, der längst unser Leben mitbestimmt – und es künftig vielleicht sogar beherrschen wird. Es wäre durchaus sinnvoll, zu verstehen, welcher Schlag Mensch da die Weltherrschaft an sich reißen will. Und: Wer nur jene Gedanken zulässt, die im eigenen Milieu beklatscht werden, betreibt keine Aufklärung. Er betreibt betreutes Denken. Das ist das Gegenteil dessen, was Kultur leisten sollte.

Wir hätten Thiel zuhören und von ihm lernen sollen. Nicht aus Bewunderung, sondern um wehrhaft zu werden. Thiel ist Mitgründer von Palantir, einem Unternehmen, das Datenanalyse- und Sicherheitssoftware für Staaten liefert. Er unterstützte Donald Trump bereits 2016 und gehört zu jenen Tech-Milliardären, die die globale politische Ordnung mitgestalten wollen. Er träumt vom Weltuntergang, einer neuen Gesellschaft und Parallelwelten, in denen sich die sehr Reichen aus der Zumutung demokratischer Kontrolle befreien können.

Elon Musk ist die schrillere Verkörperung derselben Bewegung. Mit X kontrolliert er einen Kommunikationsraum, den Milliarden Menschen nutzen; mit Starlink ein Satellitennetz, das in Kriegen und Krisen über Verbindung oder........

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