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ORF: Gratwanderung zwischen Aufklärung und Bloßstellung

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24.04.2026

Es gibt Geschichten, die sich nicht entlang klarer Linien erzählen lassen. Der Fall rund um den ehemaligen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann ist so einer.

Der „Falter“ hat in dieser Woche mit seiner Berichterstattung für Aufregung gesorgt. Die Wochenzeitung hat Nachrichten aus dem höchstpersönlichen Lebensbereich des Ex-Generaldirektors im Wortlaut veröffentlicht. Darin werden auch sexuelle Inhalte detailliert beschrieben. Die Wirkung ist entsprechend: unmittelbar, verstörend, kaum zu ignorieren.

Wir hatten diese Chats ebenfalls vorliegen. Das haben wir offengelegt. Seither erreicht uns eine berechtigte Frage: Warum haben wir sie nicht veröffentlicht?

Vorweg: Das ist keine Abrechnung mit dem „Falter“. Es geht um meine Entscheidung das nicht zu tun – und darum, sie transparent zu machen. Und es ist vor allem keine fehlende Sensibilität für übergriffiges, sexuelles und anrüchiges Verhalten. Jede Frau, die sich von einem Vorgesetzten belästigt fühlt, verdient es, ernst genommen zu werden. Und das tue ich selbstverständlich auch.

Bisher öffentlich geworden sind Bruchstücke einer Kommunikation. Zudem........

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