Wir brauchen keine Blumen zum Weltfrauentag – Gleichberechtigung würde reichen
Emotional sollte man sich längst auf diese eine Frage vorbereitet haben. Wenn am Sonntag über den Internationalen Frauentag (oder auch den „Feministischen Kampftag“) gesprochen wird, wird es – wie immer – auch die geben, die sich diese eine Frage einfach nicht verkneifen können: „Wann ist denn dann der Weltmännertag?“ Dabei hat der 8. März in diesem Jahr eine ganz besondere Bedeutung, blickt man auf aktuelle Umfrageergebnisse.
Ausgerechnet Männer der Generation Z (geboren zwischen 1997 und 2012) haben im Vergleich zu anderen Generationen das rückständigste Rollenverständnis. Fast jeder Dritte von ihnen erklärte in der Online-Umfrage, die von dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos durchgeführt wurde, eine Ehefrau solle ihrem Mann „stets gehorchen“.
Gender Pay Gap, Gewalt gegen Frauen: Wie wäre es mit echter Gleichberechtigung?
Mehr als die Hälfte der Teilnehmer gab sogar an, dass die Gleichstellung von Frauen bereits so weit gefördert wurde, dass nun Männer diskriminiert würden. Zeit für einen Realitätscheck.
In Deutschland verdienen Frauen im Schnitt rund 16 Prozent weniger pro Stunde. Auch wenn man Faktoren wie Teilzeit oder Berufswahl herausrechnet, klafft eine große Lücke zwischen den Geschlechtern. Noch alarmierender: 2024 wurden deutschlandweit über 265.000 Menschen Opfer häuslicher Gewalt, 80 Prozent davon waren Frauen. Tendenz steigend.
In einer Welt, die ohnehin von Männern dominiert wird, in der immer mehr Frauen in Schürze und den Kochlöffel schwingend in die Kamera grinsen und sich online als sogenannte „Tradwives“ (also traditionelle Ehefrauen) inszenieren und in der ein Mann wie Andrew Tate zum Internetstar wird, weil er Frauenhass predigt, sollte die Antwort auf diese eine Frage klar sein: Nein, einen extra Männertag brauchen wir nicht. Und einen Blumenstrauß zum Weltfrauentag ebenso wenig. Wie wäre es stattdessen mit echter Gleichberechtigung?
