Luigi Pantisano – Der Wunschkandidat |
Luigi Pantisano, Bundestagsabgeordneter aus Stuttgart hat seine Kandidatur für den Parteivorsitz der Linken erklärt. Nur einen Tag zuvor hatte Parteichef Jan van Aken angekündigt, aus gesundheitlichen Gründen beim Bundesparteitag im Juni nicht erneut anzutreten.
Der 46-jährige Pantisano ist stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag und zog 2025 über die Landesliste Baden-Württemberg ins Parlament ein. Geboren in Waiblingen als Sohn italienischer Fabrikarbeiter beschreibt er seine Herkunft selbst als prägend für seinen politischen Anspruch. Über den zweiten Bildungsweg studierte er Architektur und Stadtplanung.
Mit seiner Kandidatur knüpft Pantisano ausdrücklich an den Kurs von van Aken und Schwerdtner an: »Mit einer Kampfansage an die abgehobene Politik und ihre reichen Freunde haben wir unsere Identität als Partei der arbeitenden Klasse wiederhergestellt.« Inhaltlich setzt er Schwerpunkte bei sozialer Ungleichheit, steigenden Lebenshaltungskosten und dem Kampf gegen rechte Kräfte. Gleichzeitig formuliert Pantisano den Anspruch, die Partei als »organisierende Klassenpartei« weiter auszubauen – etwa mit dem Ziel, die Mitgliederzahl auf mehr als 200 000 zu erhöhen.
Innerparteilich ist Pantisano in der Strömung der »Bewegungslinken« verankert. Er war Mitarbeiter des früheren Parteivorsitzenden Bernd Riexinger und positionierte sich während der Wagenknecht-Krise scharf gegen Sahra Wagenknecht. Pantisano ist außerdem Gründungsmitglied der nunmehr recht einflussreichen »LinksKanax«, dem Netzwerk Linker mit Migrationsgeschichte.
Für seine Kandidatur erhält er bereits prominente Unterstützung. Ko-Vorsitzende Ines Schwerdtner begrüßte seinen Schritt und erklärte, sich eine gemeinsame Doppelspitze mit ihm gut vorstellen zu können. Auch aus der Fraktion kommen positive Signale, Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek drückte auf Instagram mit einem gemeinsamen Foto ihre Unterstützung für ihn aus. Sie freue sich sehr, dass Luigi Pantisano kandidiere und habe mit ihm in der Fraktion eine »mehr als vertrauensvolle Zusammenarbeit« gehabt. Auch Jan van Aken teilte Pantisanos Kandidatur-Post. Offensichtlich ist er der Wunschkandidat der Parteiführung, die den 2024 eingeschlagenen Kurs weiterführen und auf Stabilität setzen möchte.
Ob er dafür auch die notwendige Unterstützung der Delegierten erhält, wird sich im Juni entscheiden. »Die Linke ist jünger, westlicher und feministischer, aber auch migrantischer geworden und ich finde, ich passe da gut rein als Kandidat«, sagte Pantisano der »ARD«.