menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Weltglückstag: Vermessung des Unmessbaren

23 0
19.03.2026

Dass der 20. März der Weltglückstag ist, haben wir einer Initiative von Bhutan bei den Vereinten Nationen zu verdanken. Sie wissen schon: das Land im Himalaya, in dem das »Bruttonationalglück« gemessen wird. Bei der Uno fanden sie den Ansatz gut, Wohlstand nicht (nur) anhand der Wirtschaftsleistung zu messen, sondern auch die seelische Befindlichkeit der Bewohner*innen zu berücksichtigen. Dabei geht es den Regierenden in Bhutan explizit nicht darum zu sagen: Seht, unsere Leute sind glücklich, obwohl sie arm sind. Armutsbekämpfung habe Priorität – sagen sie.

Trotzdem bleibt es dabei: Glück ist nicht messbar und hat auch was mit Veranlagung zu tun. In Mike Leighs Film »Happy-go-lucky« (wörtlich: »Unbeschwert«) kann man der Grundschullehrerin Poppy zwei Stunden dabei zusehen, wie sie mit unverwüstlicher Fröhlichkeit durchs Leben rennt, ganz ohne Drogen und trotz garstiger Menschen in ihrem Umfeld. Zum Weltglückstag kann man die Poppys dieser Welt feiern und an die kleinen Erlebnisse denken, die das Herz hüpfen lassen. Sich daran zu erinnern, macht das Leben trotz der Gesamtscheiße schön. Nebenbei kann man schadenfroh Leute bedauern, die alles Nötige haben und sich dennoch grämen, dass es anderen, womöglich unverdient, auch gut geht. Diese Personen versauen uns leider unseren Score, denn Deutschland gehört laut »Ipsos Happyness Report« nicht zu den Top Drei mit der glücklichsten Bevölkerung, sondern ist nur von Platz 21 auf Platz 17 bei Befragung von Leuten in 29 Staaten »nach vorn geschnellt«. Aber darüber wollen wir nicht traurig sein.


© Neues Deutschland