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Israel im permanenten Kriegsmodus

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Mehr als 200 Menschen hat die israelische Armee an einem Tag bei ihren jüngsten Angriffen auf Wohngebiete im Libanon getötet, für Israel allesamt in Verdacht der Nähe zur schiitischen Hisbollah-Miliz und damit »legitime Ziele«. Nach der Verkündung der Feuerpause im Krieg gegen den Iran hat die israelische Luftwaffe nun freie Hand und mehr Kriegswaffen zur Verfügung, den Süden des Libanons und die Hauptstadt Beirut zu verwüsten. Seit dem 2. März wurden mehr als 1500 Libanese*innen getötet.

Gleichzeitig führt Israel auch den Krieg im Gazastreifen weiter. Von einem Waffenstillstand, vor sechs Monaten großmäulig von US-Präsident Donald Trump als »Friedensplan« angekündigt, könne kaum die Rede sein, berichten mehrere humanitäre Hilfsorganisationen. Die Zerstörungen gingen weiter; seit Inkrafttreten der Feuerpause sind mehr als 730 Palästinenser getötet worden, am Mittwoch erneut ein Journalist von Al-Jazeera. Dazu behindern die israelischen Behörden weiterhin systematisch die Versorgung der Menschen mit Hilfsgütern.

Israels Regierung ist im permanenten Kriegsmodus und rückt nicht ab von ihrem seit Langem gehegten Vorhaben, den Nahen Osten in ein von Israel dominiertes Einflussgebiet umzuwandeln. Dafür räumt sie nach und nach all jene aus dem Weg, die diesen Plan verhindern wollen: die Hisbollah, die Hamas, die neue syrische Übergangsregierung und zuletzt den Iran. Die brutalen Angriffe auf den Libanon sind bestens geeignet, die Waffenruhe mit dem Iran zu Fall zu bringen. Das ist offenbar der Plan von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu, damit er weiter bomben kann.


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