Deutschlands verwundeter Nationalstolz |
»Echte Enttäuschung und herbe Niederlage« (Außenminister Johann Wadephul), »Quittung für die Außenpolitik« (Grünen-Chefin Franziska Brantner), »Blamage« (AfD-Chefin Alice Weidel), »Schlappe für Außenkanzler Friedrich Merz« (Linke-Chefin Ines Schwerdtner): Die Beschreibung der deutschen Niederlage beim Rennen um einen Platz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ist bunt. In Berlin lecken sich die Verantwortungsträger die blutenden Wunden des angekratzten Nationalstolzes. Ausgerechnet gegen Österreich musste sich Berlin geschlagen geben, Brüder im Geiste und, seien wir ehrlich, die besseren Deutschen. So manchem kommt jetzt die legendäre Niederlage bei der Fußball-WM 1978 wieder hoch, als Hans Krankl die deutsche Elf aus dem Turnier in Argentinien schoss.
Deutschland war bereits sechsmal als nichtständiger Vertreter Mitglied im UN-Sicherheitsrat, zuletzt 2019 und 2020, war noch nie bei einer Wahl durchgefallen. Die Kandidatur schien stets ein Selbstläufer, die Wahl nur Formsache zu sein. Schließlich war man wer: Deutschland,........