Trump wird keine Hilfe sein

Der britische Botschafter Anthony Parsons schrieb in seinen Memoiren über die Khomeini-Revolution von 1979: »Wir scheiterten im Iran nicht an mangelnder Information, sondern an mangelnder Vorstellungskraft.« Vielleicht sollten wir denselben Fehler nicht wiederholen, jetzt, da wir uns fragen, was weiter geschehen wird, und wir uns angesichts der Massaker in iranischen Städten hilflos fühlen.

Die Frage ist, ob eine Intervention von außen der Opposition helfen kann, ein Regime zu stürzen, das seit über 45 Jahren in einem Land mit 90 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 1,6 Millionen Quadratkilometern an der Macht ist. Dieses Land verfügt über die viertgrößten Öl- und die zweitgrößten Gasreserven der Welt, die, einmal vollständig erschlossen, die gesamte Europäische Union versorgen könnten. Die ganze Wahrheit liegt in wenigen Zeilen: Ein Angriff auf den Iran bedeutet einen Angriff auf eine Macht im Herzen des Nahen Ostens.

Die linke Medienlandschaft in Europa ist nicht groß, aber es gibt sie: ob nun die französische »L’Humanité« oder die schweizerische »Wochenzeitung« (WOZ), ob »Il Manifesto« aus Italien, die luxem­burgische »Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek«, die finnische »Kansan Uutiset«, der britische »Morning Star« oder »Naše Pravda« aus Prag. Sie alle beleuchten inter­nationale und nationale Entwicklungen aus einer progressiven Sicht. Mit einer Reihe dieser Medien arbeitet »nd« bereits seit Längerem zusammen – inhaltlich zum Beispiel bei unserem inter­natio­nalen Jahresrückblick oder der Übernahme von Reportagen und Interviews, technisch bei der Entwicklung unserer Digital-App.

Mit der Kolumne »Die Internationale« gehen wir einen Schritt weiter in dieser Kooperation und veröffentlichen immer freitags in unserer App nd.Digital einen Kommentar aus........

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