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Das Auto steht sich selbst im Weg: Nutzen statt Besitzen lautet die Devise

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24.05.2019

Über die Zukunft des Autos und der Mobilität gab es schon manche Fehlprognosen. So glaubte Gottlieb Daimler, dass «die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen eine Million nicht überschreiten wird – allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren». Der letzte deutsche Kaiser war zu Beginn des 20. Jahrhunderts davon überzeugt, dass sich das Auto nicht durchsetzen werde, weil das Pferd eindeutige Vorteile habe. Etwa zur gleichen Zeit, zwischen 1900 und 1910, wurden die Pferdekutschen auf der Fifth Avenue in New York schon fast vollständig durch motorisierte Automobile ersetzt. Der Siegeszug des Autos begann. 120 Jahre später dominieren 1,2 Mrd. Fahrzeuge weltweit das Verkehrsgeschehen. Das Auto ermöglichte Freiheit und Mobilität, Arbeitsplätze und Wohlstand. Der Siegeszug war allerdings auch ziemlich blutig. Über 100 Millionen Menschen verloren mit und durch das Auto ihr Leben.

Mittlerweile steht sich das «Erfolgsmodell Auto» in vielen Ballungsräumen selbst im Weg. 23 Stunden am Tag parkiert es ungenutzt an Strassen und beansprucht wertvollen Raum. Um 75 Kilogramm Mensch zu transportieren, braucht es 1,5 bis 2 Tonnen Material. Durchschnittlich werden 1,2 Menschen pro Fahrt bewegt. In Deutschland verfügen alle Autos zusammen über 250 Millionen Sitze, es gibt aber nur 82 Millionen........

© Neue Zürcher Zeitung