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Jetzt wird es ernst

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18.06.2019

Davor haben sich viele Banken im Geheimen stets gefürchtet, darüber haben viele Zentralbanken bisher vor allem in Seminaren diskutiert: Was passiert, wenn einer der grossen US-Techkonzerne ernsthaft in das Geschäft mit dem mobilen Zahlungsverkehr einsteigt, eine eigene elektronische Währung ausgibt und womöglich gar selber zu einem Finanzdienstleister wird? Bisher waren die sogenannten Fintechs und Kryptowährungen zu unbedeutend, um die Spielregeln im internationalen Zahlungsverkehr und Finanzsystem wirklich zu prägen. Indem nun aber der Facebook-Konzern den Schritt wagt, könnte sich das bald ändern.

Dabei ist der US-Techkonzern neben der üblichen Weltverbesserungsrhetorik wieder äusserst geschickt und professionell unterwegs. Um Monopolvorwürfen und Bedenken über Datenmissbrauch entgegenzutreten, lanciert der Konzern seine rein elektronische private Währung nicht allein, sondern über eine von einem grossen Unternehmensverbund getragene Stiftung mit Sitz in Genf. Die vom Namen her wohl nicht zufällig etwas libertär klingende Libra soll auf einer weltweit als Open Source geführten Blockchain-Plattform basieren, die allen offenstehen wird. Die Nutzer werden mit ihren........

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