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Die Politik bestimmt bei SRF jetzt mit – und lauert

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27.06.2019

«Der Vaterschaftsurlaub soll kommen – und damit ein kleines Stück europäische Normalität. Die Analyse.» So lautete der Titel einer kürzlich aus dem Hause SRF verschickten Push-Meldung. Wer die Meldung anklickt, wird zu einem geschriebenen Text weitergeleitet, der rund 2600 Zeichen umfasst. Garniert wird die Analyse auf der SRF-Website mit einem im Radio ausgestrahlten Beitrag. Solche Analysen häufen sich in jüngster Zeit auffällig: SRF-Mitarbeiter analysieren die Heiratsstrafe, den möglichen Krieg im Nahen Osten, das Rahmenabkommen, den Rücktritt der Aargauer Regierungsrätin Franziska Roth, den Frauenstreik, die Affäre Lauber, das Gripen-Aus und vieles mehr. Es ist eindeutig: Im Online-Bereich setzt SRF verstärkt auf das geschriebene Wort. «SRF» steht allerdings nicht grundlos für «Schweizer Radio und Fernsehen». Leutschenbach war nie «Print», aber im Online-Bereich geschieht genau dies: Leutschenbach wird zu «Print», zunehmend. Damit konkurrenziert SRF direkt Zeitungshäuser, welche unter grossem ökonomischem Druck einen bisher ungekannten Transformationsprozess durchlaufen und versuchen, im Online-Bereich neue Kunden zu gewinnen. SRF hat es bequem: Das Haus lebt zu grossen Teilen von der........

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