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Schluss mit dem agrarpolitischen Schlendrian

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15.06.2019

Blühende Landschaften, glückliche Hühner, horntragende Rinder, wackere Bauern und tüchtige Bäuerinnen vor blumengeschmückten Höfen: Dieses Bild von der schweizerischen Landwirtschaft malen die Grossverteiler im Verein mit dem Bauernverband seit Jahrzehnten. Es ist eine Charmeoffensive, die in Bezug auf ihren Erfolg ihresgleichen sucht. Sie festigt einen der letzten genuinen Nationalmythen, nämlich denjenigen eines staatstragenden, tier- und umweltfreundlichen Schweizer Bauernstandes, der bessere Produkte herstellt als alle anderen.

Das ständig wiederholte Narrativ von der heilen Welt der Bauern, die im Einklang mit Natur und Landschaft den heimischen Boden bewirtschaften, hält die Bevölkerung bei Laune, die über Steuern und Preise jedes Jahr zwangsweise viele Milliarden Franken an den Agrarsektor abgibt. «Regional und saisonal» wird zum Sehnsuchtsort des zahlungskräftigen Städters verklärt, der sich........

© Neue Zürcher Zeitung