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Der FC Basel stellt sich selber bloss – und es ist niemand in Sicht, der diese Entwicklung aufhalten könnte

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14.06.2019

Es ist gut anderthalb Wochen her, dass Marco Streller an der Generalversammlung des FC Basel sagte, er sei «hundertprozentig überzeugt, dass es in die richtige Richtung geht». Heute fragt sich, welchen Weg Streller dabei sah. In den Tagen danach probierte Streller einen Trainerwechsel herbeizuführen, von Marcel Koller zu Patrick Rahmen, dem Trainer des FC Aarau. Diese Versuche drangen an die Öffentlichkeit, was für den FCB noch verkraftbar gewesen wäre, wenn Rahmens Verpflichtung auch wirklich geklappt hätte. Doch am Freitagmorgen bestätigte der Aarau-Sportchef Sandro Burki gegenüber der NZZ, dass Gespräche geführt worden seien, Rahmen den Abgang aber nicht vollziehe. Stunden später trat Streller als Sportdirektor zurück – er stolperte über diesen missratenen Trainerwechsel.

Es ist das Scheitern eines Konzepts: Zwei Jahre nach dem Rücktritt als Spieler war Streller Mitte 2017 als Sportdirektor angetreten, als Gesicht des neuen FCB unter dem neuen Besitzer Bernhard Burgener, an der Seite mehrerer Personen, die wie er neu waren in ihren Ämtern. Und wer fragte, ob so etwas gutgehen könne, bekam schon fast Entrüstung zu spüren – und die Antwort zu hören, dass sich alle diese Leute doch allzu gut kennten, alles kein Problem. Die Basler irrten sich, immer wieder warf der FCB Fragen auf in den vergangenen beiden Jahren, und wie wenig sie gelernt haben, zeigte sich in der Kommunikationspolitik vom Freitag: Sie verschanzten sich hinter einem Rücktritts-Communiqué, das vieles offenliess. Etwa: warum genau Streller demissioniert – ob er Fehler eingesteht oder sich alleingelassen fühlt.

Um diesen Eklat durch die Causa Rahmen zu verhindern, hätte es nur einen Weg gegeben für den FCB: den Trainerwechsel........

© Neue Zürcher Zeitung