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Trump hat die Welt beim Nordkorea-Gipfel zum Narren gehalten

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04.03.2019

«Spar dir deine Energie, Rex» – mit diesen Worten schüttete der amerikanische Präsident Trump im Herbst 2017 kaltes Wasser auf den Versuch seines damaligen Aussenministers Rex Tillerson, Gespräche mit Nordkorea in Gang zu bringen. Verhandlungen mit dem «kleinen Raketenmann» Kim Jong Un seien reine Zeitverschwendung, spottete der Chef des Weissen Hauses in aller Öffentlichkeit. Wie die Geschichte seither gezeigt hat, war auch diese Überzeugung Trumps von der Festigkeit eines welken Herbstblattes. Seit vergangenem Jahr inszeniert er sich als diplomatischer Superman, der erreichen wird, woran drei Präsidenten vor ihm gescheitert sind: eine Einigung mit dem Kim-Regime über die vollständige Abrüstung des nordkoreanischen Atomarsenals.

Die Vorsicht gebietet es, selbst einem aussenpolitischen Greenhorn wie dem New Yorker Immobilien-Tycoon nicht von vornherein die Chance auf einen Durchbruch abzusprechen. Schliesslich lässt sich nicht wegdiskutieren, dass im Falle Nordkoreas bisher alle Rezepte aus dem Regelbuch der traditionellen Aussenpolitik versagt haben. Trump hat für seine unkonventionelle Taktik, den nordkoreanischen Diktator zu umgarnen, sogar Lob von Experten geerntet, die Verhandlungen mit Pjongjang für überfällig halten. Mehr noch: Als Trump am vergangenen Donnerstag das Gipfeltreffen in Vietnam abrupt abbrach,........

© Neue Zürcher Zeitung