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Am Persischen Golf droht ein Krieg – aber nicht in der Weise, wie es die fiebrigen Spekulationen der letzten Tage vermuten lassen

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17.05.2019

Die Verlegung amerikanischer Langstreckenbomber und eines Flugzeugträgers in die Region des Persischen Golfes hat Befürchtungen über einen neuen Krieg in der Region geweckt. Die teilweise wilden Spekulationen über die amerikanischen Absichten gehen jedoch am wahren Problem vorbei. Atemlose Berichte über die Spannungen zwischen Teheran und Washington sowie allerlei Mutmassungen von Nahostexperten erweckten in den vergangenen beiden Wochen den Eindruck, als suche die Administration Trump nur einen Vorwand, um militärisch gegen Iran loszuschlagen. Selbst Parallelen zu den Vorbereitungen für die Invasion im Irak vor 16 Jahren wurden gezogen.

In Wirklichkeit spricht wenig dafür, dass die USA einen Einmarsch in Iran planen. Präsident Trump mag rhetorische Paukenschläge, aber die Idee eines kostspieligen militärischen Engagements im Mittleren Osten oder gar eines neuen Grosskriegs verabscheut er zutiefst. Selbst für eine begrenzte «Strafaktion» aus der Luft sind die amerikanischen Streitkräfte momentan nicht optimal aufgestellt. Die jüngsten Verlegungen dienen primär der militärischen Abschreckung gegenüber dem Teheraner Regime, das unter der Last der amerikanischen Sanktionen mit militärischen Nadelstichen gegen seine Gegner........

© Neue Zürcher Zeitung