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15-jährige redet der UN-Menschenrechtskommission ins Gewissen! Und "Linke" kritikastern nur?

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25.09.2019


Ist die in der folgenden Twitter-Meldung Abgebildete die 15-jährige, vermeintliche kuwaitische Krankenschwester, die 1991 der UN-Menschenrechtskommission ins Gewissen geredet hat - die erschütterte Augenzeugin, die von angeblichen irakischen Kriegsverbrechen berichtet hat: Soldaten, die Brutkästen kuwaitischer Frühchen zerschlagen, sie herauszerren und die Babys auf den Boden werfen? Nein, das ist sie nicht. Das ist die 16-jährige, die beim Weltwirtschaftsforum in Davos und jetzt vor der UN-Vollversammlung sprach und sich neuerdings auch um die Menschenrechte in Russland und in China kümmert.


Twitter-Meldung vom 14. Mai 2019 (1)

Nein, die 15-jährige, vermeintliche kuwaitische Krankenschwester, die erschütterte Augenzeugin irakischer Kriegsverbrechen, die den Golfkrieg von 1991 auslösen half, ist hier zu sehen:


Vermeintlich kuwaitische Krankenschwester 1991 vor der UN-Menschenrechtskommission (2)

Ist Kritik am gehobenen Fridays-for-Future-Protestmanagement nicht die Vorstufe zum Klimawandelleugnen? So wie ja auch die Kritik an “Adopt a Revolution” und den arabischen Frühlingsrollen eine Vorstufe zum Verrat an den Völkern Nordafrikas und des Nahen Ostens war? Oder die Kritik an Israel die Vorstufe zur Holocaustleugnung?

Der folgende Artikel des Hanauer Urgesteins F.W.H. aus der theoretisch wie praktisch fundierten Tiefe der "Gruppe Arbeiterpolitik" bietet einen guten Analyseansatz für die aktuelle Lage. Auf einige seiner Schwächen werde ich anschließend eingehen.

    Was sollte in der Einschätzung und dem Umgang mit Fridays for Future unbedingt beachtet werden?

    Kritik, kleinliche Kritik an Fridays for Future kommt nicht nur von Regierungs- und Oppositionsparteien, Unternehmenslobbyisten, konservativen Medien und - besonders scharf - der AfD, sondern leider auch von manchen Linken. Auch aus meinem Verteiler bekam ich neben sechs positiven Stimmen zu meinem Leserbrief auch eine Zuschrift, die sich sehr nahe am Rande solcher Verhetzung befand. Daher will ich den Versuch machen, darzulegen, was unter den gegenwärtigen Bedingungen in der Einschätzung und dem Umgang mit Fridays for Future unbedingt beachtet werden sollte, damit man sich ein realistisches Verständnis und den Zugang zu den Themen und Aktivitäten dieser Bewegung nicht verbaut.

    Wir leben in einer Zeit, in der der Kapitalismus sich global ausgebreitet hat und von der überwältigenden Mehrheit dieser Gesellschaft bei allen Problemen und Gefahren als alternativlos aufgefaßt, hingenommen bzw. - natürlich auch - begeistert gefeiert wird. Wir können historisch die ganze Reihe durchgehen: die als bürgerliche Revolution mäßig gelungene, als sozialistischer Ansatz aber völlig gescheiterte Novemberrevolution 1918, die durch faschistischen Terror der Nazizeit durchgesetzte “Volksgemeinschaft”, der unbedingte Wille der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften nach dem Krieg und der Befreiung vom Faschismus zur “Sozialpartnerschaft” mit Kapital und Regierung, damit zum Verzicht auf eigenständige Klassenposition und -kritik; weiter in Teilen der 68er-Bewegung der vergebliche, weil den realen Bedingungen nicht mehr entsprechende Rückgriff auf Weimarer Verhältnisse in Theorie und Praxis sozialistischer Organisierung, damit fortbestehende Entfremdung von intellektueller Theorie und praktischen Erfordernissen; die nahezu vollständige Integration der kritischen Ansätze in die........

    © Neue Rheinische Zeitung