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NIE WIEDER, und das gilt nicht nur für Auschwitz

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29.01.2020


Wenn sich am 27. Januar 2020 die Staatsoberhäupter dieser Welt anlässlich des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz zur Reise nach Jerusalem aufmachen werden, dann ist eines gewiss: sie werden Teil einer Inszenierung des jüdisch-zionistischen Besatzungsregimes werden, die ihresgleichen sucht. Wie Haaretz berichtete, lud „passend“ zum Event, der Bürgermeister von Jerusalem, Moshe Leon, die Teilnehmer des Welt-Holocaust-Forums, das diese Woche in Jerusalem stattfindet, zu einer „einzigartigen“ Veranstaltung mit Live-Musik und DJ in eine Höhle unter der Altstadt ein. Diese Zedekah-Höhle, die auch als „Salomon-Steinbrüche bekannt ist, wird von der staatlichen East Jerusalem Development Company (einer Jerusalemer „Judaisierungs“-Behörde) betrieben. Als dieser Entwurf der Einladung ungeplant durchgesickert war, versuchte man die Party als Veranstaltung für die Presse herunterzuspielen. Bei der Einladung habe es sich „nur“ um einen Entwurf gehandelt, der den Medien zugespielt worden sei, während in der offiziellen Fassung kein DJ oder „After-Party“ erwähnt werde. (1)

Auschwitz als Synonym

Vier Tage vor diesem Jahrestag wird eine Gedenkveranstaltung in Yad Vashem stattfinden, die Auschwitz als Synonym für eine Einmaligkeit in Erinnerung halten will. Tatsächlich ist Auschwitz und die Fabrik-mäßige Ausrottung und Judenverfolgung in Nazi-Deutschland einmalig, aber dennoch auch vergleichbar mit späteren Verbrechen und Völkermorden. Es geht keinesfalls um Aufrechnung, wenn wir Vergleiche - wohl bemerkt keine Gleichsetzung - zwischen Judenverfolgung und der andauernden Vertreibung und Besatzung in Palästina ziehen. Das muss erlaubt sein 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz und dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Mehr als fragwürdiges Gedenken

Wenn heute vollmundig darauf hingewiesen wird, dass zum 75. Jahrestag die Vertreter der alliierten Staaten der Siegermächte ihre Reden halten werden, welche die Welt vom Holocaust befreit haben, zusammen mit Deutschland als Täter, das die Schuld anerkannt hat“, zusammen mit Israel dem Vertreter der „jüdischen Nation“, dann ist dieses Gedenken, mehr als fragwürdig .

Türken Bashing und israelischer Staatsterror

Nur wenige Staaten und Personen boten Juden Schutz vor der Verfolgung, beherbergten sie und bewahrten sie vor der Vernichtung. Explizit möchte ich auf die Türkei hinweisen, die vielen Juden Unterschlupf bot und sie vor der Verfolgung rettete. Nicht zu vergessen ist, dass aktuell die Türkei etwa 3,8 Millionen syrische Flüchtlinge aufnahm. Das sollte auch das Netanjahu-Regime nicht vergessen, wenn es die türkische Regierung angreift, die unter Erdogan eine der wenigen ist, die immer wieder die Verbrechen der illegalen Besatzung und deren Folgen kritisiert. Tatsächlich hat Erdogan recht, wenn er das Konzentrationslager Gaza mit dem Holocaust vergleicht und den israelischen „Staatsterror“ angreift. Schließlich werden an die Türkei strengste Maßstäbe gelegt, und die Medien überbieten sich an Erdogan-Kritik und Türken-Bashing, während Israel und Juden auf ein Podest gestellt werden und als „Kostbarkeiten“ geschützt werden. Deutschland, das selbst so viele Flüchtlinge aufnahm, sollte die Türkei in ihrem Streben nach einem EU-Beitritt unterstützen, anstatt es abzulehnen. Muslime haben einen ganz schlechten Stand in der Gesellschaft, werden ausgegrenzt, diffamiert und angegriffen. Während der Antisemitismus........

© Neue Rheinische Zeitung