Globale Friedensbewegung stärken!
Kommentar
Warum massenhafte internationale Antikriegsproteste gerade jetzt wichtig sind
Globale Friedensbewegung stärken!
Von Christopher Dömges
KRIEG IST DIE FORTSETZUNG DER POLITIK MIT ANDEREN MITTELN (Militärwissenschaftler und preußischer Generalmajor Carl von Clausewitz). Kriege beginnen selten mit dem ersten Schuss. Sie beginnen mit Feindbildern, mit der Gewöhnung an Gewalt, mit dem politischen Kalkül, dass Eskalation mehr nützt als Verständigung. Sie beginnen in Reden, in Drohungen, in Aufrüstungsetats, in der stillen Akzeptanz einer Öffentlichkeit, die sich an das Unfassbare gewöhnt hat. Genau deshalb sind massenhafte internationale Antikriegsproteste gerade jetzt wichtiger denn je: weil sie diese Gewöhnung unterbrechen.
Wir leben in einer Zeit, in der sich militärische Konflikte überlagern, Bündnisse verhärten und atomare Drohkulissen wieder Teil der politischen Sprache geworden sind. Von Europa über den Nahen Osten bis nach Afrika und Asien zeigen sich die Folgen bewaffneter Auseinandersetzungen nicht nur in zerstörten Städten und hunderttausenden Toten, sondern auch in einer globalen Atmosphäre der Verrohung. Krieg ist längst nicht mehr nur ein regionales Ereignis. Er wirkt weltweit: über Fluchtbewegungen, Energiepreise, Hungerkrisen, digitale Propaganda, Sanktionen, Waffenlieferungen und geopolitische Spannungen.
Gerade in dieser Lage ist die Friedensbewegung keine nostalgische Erinnerung an vergangene Demonstrationen, keine folkloristische Randerscheinung und kein moralisches Luxusprojekt für stabile Zeiten. Sie ist ein notwendiges demokratisches Korrektiv. Wo Regierungen militärische Logiken übernehmen, braucht es Gesellschaften, die auf zivile Lösungen pochen. Wo Kriegsrhetorik den politischen Raum besetzt, braucht es Bürger, die laut widersprechen. Wo der Eindruck entsteht, Sicherheit könne dauerhaft nur durch Abschreckung, Aufrüstung und Blockbildung gewährleistet werden, braucht es eine internationale Öffentlichkeit, die an Diplomatie, Völkerrecht und menschliche Sicherheit erinnert.
Massenproteste sind dabei weit mehr als symbolische Gesten. Sie senden........
