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Papst gibt 68ern die Schuld - Passauer Bischof ist „sehr dankbar“

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20.04.2019

Ex-Papst Benedikt hat zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche kontroverse Thesen geäußert. Auch die Politik kommentiert seine Haltung.

Update am 20. April 2019: In einem Aufsatz sieht Papst Benedikt in der 68er-Bewegung und der damit einhergehenden sexuellen Revolution eine Ursache für Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche. Durch die 68er habe sich „ein Zusammenbruch der katholischen Moraltheologie ereignet, der die Kirche wehrlos gegenüber den Vorgängen in der Gesellschaft machte“. Die vorher gelten Maßstäbe in Fragen der Sexualität seien „vollkommen weggebrochen“, es sei eine „Normlosigkeit entstanden“.

Der Aufsatz im bayerischen Klerusblatt hatte für Empörung und zahlreiche kritische Reaktionen gesorgt. Nun meldete sich auch der Passauer Bischof Stefan Oster zu Wort - und verteidigte Papst Benedikt. Er sei dem Papst „sehr dankbar“ für den Aufsatz. Er lese den Text "schlicht als Ausdruck seines Mitgehens, Mitfühlens und Mitleidens mit der Kirche, mit der geschichtlichen Situation, in der wir stehen und in die wir gekommen sind, mit den Menschen, die in der Kirche handeln und mit denen, die von der Kirche misshandelt worden sind", schreibt Oster auf seiner Internetseite.

Papst Benedikt habe eine Gottlosigkeit und eine Entfremdung vom Glauben in der Gesellschaft beklagt. Oster sieht es genauso: "Wenn Gott nicht mehr als anwesend geglaubt wird, verlagert sich die Einschätzung dessen, was Sünde ist, vor allem in mein eigenes, subjektives Urteil.“ Eine aus seiner Sicht „gefährliche Bedrohung“.

Update vom 17. April, 7.30 Uhr: Angesichts der Enthüllungen über den sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Geistliche erwartet die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ein stärkeres Gegensteuern der Kirche. „Die katholische Kirche trägt ohne Wenn und Aber Schuld daran, dass sie die Aufklärung dieser Verbrechen an den Kindern systemisch verhindert und damit auch den Missbrauch ermöglicht hat. Das ist die große Schuld, die die Kirche in sich trägt“, sagte sie der Zeitschrift „Publik-Forum“. „Die Bemühungen, die es jetzt gibt, reichen bei Weitem nicht aus, um dafür zu sorgen, dass sich ein solches Versagen der Institution Kirche nicht wiederholt.“

Überdies sprach sich Kramp-Karrenbauer, die dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken angehört, dafür aus, künftig auch Priesterinnen in der katholischen Kirche zuzulassen. „Ein erster Schritt wäre, Frauen zum Diakonat zuzulassen. Angesichts des Priestermangels wäre ein zweiter, den Pflichtzölibat aufzuheben. Dann wären mehr Männer bereit, Priester zu werden“, sagte sie.

Auf die Frage, ob der Zölibat und die rigide Sexualmoral der Kirche den Missbrauch an Kindern begünstigt habe, sagte Kramp-Karrenbauer, vor allem habe dies mit jedem einzelnen Täter zu tun. „Kein Täter kann sagen, dass er ein Opfer der Umstände oder des Systems Kirche ist.“

Update vom 16. April, 16.45 Uhr: Mit seiner provokanten Schrift hatte der ehemalige Papst Benedikt in den letzten Tagen für Furore gesorgt. Am Dienstag bekam er nun aber sicher in großer Mehrheit positive Anrufe, denn der emeritierte Papst feiert seinen 92. Geburtstag. Neben Papst Franziskus gratulierte unter anderem auch Benedikts leiblicher Bruder Georg. Allerdings sind Geburtstagsgeschenke zwischen den Brüdern nicht gängig. Georgs Haushälterin, Schwester Laurente erklärte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, dass für die beiden, der katholischen Tradition entsprechend, die Namenstage wichtiger seien.

Besuch bekam Benedikt in Rom dafür vom aktuellen Pontifex Franziskus.

#PopeFrancis visits Pope emeritus #BenedictXVI to wish him a 'happy birthday' and exchange #Easter greetings.https://t.co/3xEaGpZpgz

Update vom 15. April 20.56 Uhr: Papst Franziskus hat seinem Vorgänger Benedikt im Vatikan einen Besuch aus doppeltem Anlass abgestattet. Der Pontifex habe dem gebürtigen Bayer am Montag seine Wünsche zu Ostern überbracht und die Gelegenheit genutzt, dem emeritierten Papst zum Geburtstag zu gratulieren, teilte Vatikansprecher Alessandro Gisotti mit. Benedikt wird am Dienstag 92 Jahre alt. Seit seinem spektakulären Rücktritt 2013 lebt er in........

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