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Warum die Pfleger sich endlich radikal organisieren müssen

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21.10.2020

Ein neu gegründetes Pflege-Bündnis will künftig wöchentlich in Würzburg für bessere Arbeitsbedingungen demonstrieren. "Dienstag für Menschen" heißt die Initiative, die von den Leitern der Stiftungen Bürgerspital, Juliusspital und der Blindeninstitutsstiftung initiierte wurde, aber auch weitere unterfränkische Organisationen vertritt. Das Bündnis beansprucht, 30 000 Angestellte in der Region zu vertreten. Ein Aufbegehren der Pfleger ist überfällig. In dieser Form greift es aber zu kurz.

Deutschland gibt gemessen an seiner Wirtschaftsleistung vergleichsweise wenig Geld für Pflege aus und liegt deutlich hinter Ländern wie den Niederlanden oder Schweden, hat eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag ergeben. Einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung zufolge, führt dies in Deutschland zu abenteuerlichen Betreuungsschlüsseln: Durchschnittlich 13 Patienten betreuen Krankenpfleger hierzulande – in den Niederlanden sind es 6,9, in Schweden 7,7.

Das Ergebnis ist eine Abwärtsspirale aus Überforderung, Burnout und Fachkräftemangel. "Pflegekräfte fühlen sich ausgenutzt und oft sogar misshandelt", sagt Markus Oppel, selbstständiger Pflegeberater aus Buchbrunn (Lkr. Kitzingen). Ihm zufolge hat flächendeckende Pflege, wie wir sie kennen, so gut wie keine Zukunftschancen. "Es kann jetzt nur........

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