Wach um jeden Preis – Energydrinks erst ab 16 erlauben?
Wach um jeden Preis – Energydrinks erst ab 16 erlauben?
Am Morgen greifen viele auf die koffeinhaltigen Getränke zurück. Auch Jüngere trinken bereits Energydrinks. Eine Schülerin macht sich Gedanken darüber.
Es ist 7 Uhr morgens. Ich sitze im Zug in Richtung Zürich. Links von mir sitzt ein Mädchen. Vor ihr steht ein Energydrink. Ich schaue nach rechts. Der Typ, der neben mir sitzt, scrollt am Handy, versunken in die Welt der unendlichen Reels. Auch er hält einen Energydrink in der Hand. Endstation Zürich HB. Auf dem Perron warten bereits die neuen Passagiere. Auch hier hält, egal ob jung oder alt, jeder Zweite einen Energydrink in der Hand. Es ist 8 Uhr: Eigentlich Zeit zum Frühstücken, aber dafür hat man in unserer Gesellschaft keine Zeit. Ein Energydrink und eine Zigarette sollen es tun.
Energydrinks und Zigaretten zum Frühstück?
Ich denke nochmals an das Mädchen im Zug. Sie war 13, vielleicht 14. Sicher keine 16. Und trotzdem trank sie «Energy», als wäre es ein normales Frühstück. Niemand sagt etwas, denn heutzutage ist es normal. Dabei wird seit einiger Zeit diskutiert, Energydrinks erst ab 16 zu erlauben. Wegen all des Koffeins und des Zuckers und deren Folgen für die Gesundheit. Zum Schutz der Jugendlichen, heisst es. Aber in unserer Gesellschaft, ob im Zug oder in den Schulen, merkt man nichts davon. Hier zählt nur, dass wir wach bleiben, dass wir anwesend sind und funktionieren.
Ich kann nicht behaupten, dass es mich nicht auch betrifft. Mit 12 Jahren trank ich meinen ersten «Energy» auf dem Pausenplatz, zwischen Velos und Schultaschen. Dabei fühlte ich mich so erwachsen, aber den Gefahren war ich mir nicht bewusst. Vielleicht würde eine Altersbeschränkung etwas ändern. Vielleicht auch nicht, aber es würde ein Zeichen setzen, dass es nicht normal ist als Jugendlicher, den Tag mit Koffein zu beginnen. Dass Gesundheit wichtiger ist als konstant funktionieren zu können.
Auf dem Weg nach Hause ist der Zug wieder vollgestopft. «Energy»-Dosen überall. Und ich frage mich, weshalb wir alle nur zusehen.
Vivienne Aregger ist 15 Jahre alt und Schülerin an der Kantonsschule Sursee. In der U20-Kolumne äussern sich jeweils alle zwei Wochen Lernende von Kantonsschulen zu einem frei gewählten Thema. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.
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