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Verantwortung statt Ausweichlösung

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07.04.2026

Verantwortung statt Ausweichlösung

Enrico Steiner, Vorstandsmitglied der Jungen Mitte Kanton Zug, über die Abstimmung zur Änderung des Zivildienstgesetzes.

Der Zivildienst ist ein wertvoller Bestandteil unseres Systems. Er bietet jungen Menschen, die den Militärdienst aus Gewissensgründen nicht leisten können, eine sinnvolle Alternative im Gesundheitswesen, in der Pflege oder im Umweltschutz. Doch genau diese wichtige Institution geriet in den letzten Jahren zunehmend unter Druck. Die Zahl der Gesuche ist stark gestiegen, häufig nicht aus Überzeugung, sondern aus Bequemlichkeit.

Hier setzt die Revision des Zivildienstgesetzes an. Sie sorgt dafür, dass der Zivildienst wieder seinem ursprünglichen Zweck dient, nämlich als Ersatz für jene, die aus tiefgehenden persönlichen Gründen keinen Militärdienst leisten können. Gleichzeitig werden falsche Anreize reduziert, die bislang dazu geführt haben, dass sich immer mehr Dienstpflichtige kurzfristig gegen das Militär entschieden haben.

Diese Entwicklung war nicht nur problematisch für die Armee, sondern auch für die langfristige Planungssicherheit unseres Milizsystems. Die Armee ist auf verlässliche Bestände angewiesen. Wenn immer mehr gut ausgebildete Soldaten nach kurzer Zeit in den Zivildienst wechseln, schwächt das die Einsatzfähigkeit unserer Armee.

Die Gesetzesänderung schafft hier eine ausgewogenere Lösung. Sie stärkt die Verbindlichkeit des Militärdienstes, ohne den Zivildienst grundsätzlich infrage zu stellen. Es geht nicht darum, den Zivildienst abzuschaffen, ganz im Gegenteil. Es geht darum, ihn zu schützen, indem man ihn wieder auf jene konzentriert, für die er gedacht ist.

In Zeiten zunehmender globaler Unsicherheiten ist es entscheidend, dass die Schweiz auf ein funktionierendes Sicherheitsdispositiv zählen kann. Dazu gehört eine glaubwürdige Armee ebenso wie ein sinnvoll ausgestalteter Zivildienst. Beides darf nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Als junge Generation tragen wir Verantwortung für die Zukunft unseres Landes. Dazu gehört auch die Bereitschaft, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten, sei es im Militär oder im Zivildienst. Entscheidend ist jedoch, dass diese Entscheidung aus Überzeugung getroffen wird und nicht aus opportunistischen Motiven.

Gerade deshalb ist es zentral, den Militärdienst wieder klar ins Zentrum zu rücken. Die Schweiz ist auf eine starke, gut ausgebildete Armee angewiesen, die im Ernstfall funktioniert. Wer sich für den Dienst entscheidet, übernimmt Verantwortung für die Sicherheit unseres Landes. Es darf nicht attraktiver sein, sich dieser Verantwortung zu entziehen. Die Revision setzt hier ein klares Signal: Dienstpflicht bedeutet Einsatzbereitschaft und nicht die Suche nach dem einfachsten Weg.

Die Revision des Zivildienstgesetzes ist deshalb ein Schritt in die richtige Richtung. Sie stärkt Fairness, Verlässlichkeit und die Funktionsfähigkeit unseres Systems.

In der Kolumne «Die junge Sicht» äussern sich Mitglieder der Zuger Jungparteien zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.

Danke, Zivildienst, für deine Arbeit – wir lassen dich nicht verschwinden!

Linus Heim, Co-Präsident der Jungen Alternative Zug, äussert sich zur Abstimmung über die Änderung des Zivildienstgesetzes.

Die politische Debatte um den Klimaschutz darf nicht in den Hintergrund rücken

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© Luzerner Zeitung