Wie es um die Motivation der Schülerinnen und Schüler steht |
Wie es um die Motivation der Schülerinnen und Schüler steht
Motivation ist das A und O für Erfolg in der Schule. Kaum jedoch gibt es einen Bereich, bei dem Schülerinnen und Schüler so unterschiedlich sind.
So macht unterrichten Spass: Wenn die Schülerinnen und Schüler eifrig und motiviert mitarbeiten.
Der Leidenschaftliche: «Könnte man durch die Erdkruste ein Loch bohren, das bis zum Erdmantel reicht?», fragt der Schüler im Geografieunterricht, als es um die Plattentektonik geht. «Und falls nicht: Weshalb weiss man dann, wie die Erde aufgebaut ist?» Wer solche Fragen stellt, ist wahrhaftig interessiert an schulischen Themen. Und solche Schüler hat die Studentin vor Augen, wenn sie beschliesst, die Lehrausbildung auf sich zu nehmen. Seltsam nur: Oft gehört der Leidenschaftliche nicht zu den Top- Schülern. Kaum geht es ums konzentrierte Lernen oder darum, etwas geordnet aufs Papier zu bringen, läuft er auf.
Die Notenfixierte: Sie ist das personifizierte Gegenteil des Leidenschaftlichen. Im Unterricht meldet sie sich dann, wenn es eine korrekte Antwort zu geben gibt. Eine Frage zu stellen, die nichts mit der unmittelbaren Aufgabe zu tun hat: nicht ihr Ding. Sie schreibt eine 5,5 nach der anderen. Emotionen zeigt sie kaum. Ein Hauch Genugtuung, als sie die Note erhält; dann geht es weiter. Schule ist für sie in erster Linie Arbeit; eine Arbeit, die sie ohne Makel erledigt. Schliesslich hat sie ein klares Ziel vor Augen: die Kantonsschule. Ein Ziel, das sie zweifellos erreichen wird. Doch manchmal beschleicht einen als Lehrperson der Zweifel: Was will die eigentlich dort? Weshalb möchte sie weitere vier Jahre in die Schule gehen? So pflegeleicht diese Schülerin ist; zu gerne würde man etwas Herzblut verspüren.
Der Abgelöschte: Seine Motivation erschöpft sich in Pausen, Ferien und wenn es gut geht: im Sportunterricht. Interesse an schulischen Themen hat er wenig. Gute Noten wären nett, doch etwas dafür tun? Fehlanzeige. Das wär’s ja noch, vor den anderen als Streber dazustehen! So wälzt sich der Abgelöschte durch den Schulalltag; gefangen im Hamsterrad der Volksschule. Im Fünfminutentakt geht sein Blick auf die Uhr. Klingelt es endlich: die grosse Erlösung. Schnell ist er aus dem Schulzimmer. Zurück bleibt die Lehrperson. Mit der Frage, weshalb sie diesen Job macht.
Der Themenfixierte: Im Austausch mit anderen Lehrpersonen glaubt man, von einem anderen Schüler zu reden. In Deutsch und Französisch macht er keinen Strich zu viel. Jedes geschriebene Wort ist ihm eine Pein; lernen tut er sowieso nicht. Und dieser Schüler soll in Geografie und Geschichte eine 5,5 haben?! Kaum zu glauben, aber Realität. Sein Weltwissen mit 12 Jahren beeindruckt. Er kann über andere Galaxien referieren, über U-Boote im Zweiten Weltkrieg, über das Funktionieren eines Atomkraftwerks. Nur die zehn Französischwörter auf nächste Woche, die wollen ihm einfach nicht in........